Hans-Peter Vankerkom geht voraus. Mit erkennbarem Stolz erläutert er die Aufteilung des Hauses und der Abteilungen: welche Kunden wie angesprochen werden. Welche Aufgabe die Marken-Stores erfüllen. Und warum ein altes Fahrrad in eine modische Dekoration genau hineinpasst. Bei Hagemeyer ist jeder Quadratmeter überlegt geplant. Dabei nimmt der Begriff der ’Stilwelt‘ eine zentrale Rolle ein.
schuhkurier: Was versteckt sich hinter diesem Präsentationskonzept?
Hans-Peter Vankerkom: Wir denken schon seit Jahren in Stilwelten und teilen unsere Abteilungen entsprechend auf. Wir stellen die relevanten Marken zusammen und stimmen Ladenbau und Dekoration passend darauf ab. Key-Looks prägen die Optik der Stilwelt und geben Anregungen für das Outfit.
Welchen Vorteil haben die Kunden von dieser Präsentation?
Vankerkom: Der Kunde bekommt Sicherheit und Orientierung. Im Bereich ‘Contemporary’ etwa findet er nicht nur sein stilistisch passendes Business-Outfit, sondern gleichzeitig Vorschläge, z.B. für ein legeres Treffen zum Mittagessen mit seiner Partnerin. Auch dann wird er also passend gekleidet sein. In dieser Stilwelt lautete das Motto ‘Formelwear meets Casualwear’. Der gekonnte Mix von ‘formellen’ und ‘informellen’ Warenteilen ermöglicht hier sehr kreative und individuelle Bekleidungslösungen. Und das von Kopf bis Fuß, natürlich mit den dazugehörenden Accessoires.
Wie entstehen diese Key-Looks in Ihrem Unternehmen?
Vankerkom: Wir verfügen über ein professionelles Trendscouting. Dafür besucht unser Team internationale Modenschauen sowie die Stoffmessen in Paris. Diese Informationen werden wie in einem Puzzle zu Key-Looks und Key-Items verdichtet. Alle Einkäufer arbeiten ihre Informationen auf den Messen in diese Orientierungsvorgabe hinein. Dann folgt die Nachjustierung. Wir gleichen anschließend in einem Meeting mit dieser Vorgabe ab, was wir gesehen haben. Und wir stellen fest, wo nachzuarbeiten ist, oder auch, welche Bestandteile des Forecast keine Bestätigung erhalten haben. Erst dann erfolgt die Order.
Welche Rolle spielen Accessoires in diesem Konzept?
Vankerkom: Taschen und Schuhe sind fest eingebettet und werden in die vorab definierten Key Looks mit hinein eingekauft. Bei der Saisonplanung sitzen Schuh-, Textil- und Accessoires-Einkäufer an einem Tisch. Dabei gibt die Oberbekleidung den Takt vor, was Farben oder Schnittführungen betrifft. Accessoires runden die textilen Flächen ab.
Also spielen Accessoires nur eine untergeordnete Rolle?
Vankerkom: Überhaupt nicht. Die Accessoires machen den Look schließlich erst einzigartig.
Daniela Drabert: Nehmen Sie beispielsweise ein Kleid. Mit einem feinen Pumps schaffen Sie eine Abendgarderobe. Mit einem Dr. Martens Schuh wird daraus ein Biker-Outfit. Die Frauen haben eine Grundgarderobe, die je nach Anlass über Accessoires individuell gebrochen werden kann.
Das vollständige Interview lesen Sie in schuhkurier Ausgabe 8/2015.