Die Rabatte sind atemberaubend – und die Preise sind ohnehin schon unfassbar niedrig. Bei Shein gibt es aktuell 30% Nachlass für Bestellungen ab 29 Euro. Und für diesen Betrag bekäme man schon ein Kleid und mindestens zwei Shirts. Auf Instagram soll der Onlinehändler Temu vor Kurzem auf dem US-amerikanischen Markt 0-Dollar-Stiefel aus Kunstfell beworben haben. Das Ziel: mehr Kunden, mehr Marktanteile.
In Frankreich will man die aggressiven Aktionen von Fast Fashion-Anbietern wie Shein und Temu nicht mehr hinnehmen. Dort wurde vergangene Woche ein Gesetzentwurf verabschiedet, der Strafen für Fast-Fashion-Produkte vorsieht, die bis 2030 auf 10 Euro für jedes Kleidungsstück steigen sollen. Damit sollen die Schäden für die Umwelt kompensiert werden, die diese Produkte verursachen.
Der Gesetzentwurf sieht darüber hinaus ein Verbot von Fast-Fashion-Werbung vor und soll das algorithmisch abgestimmte, hyperpersonalisierte digitale Marketing der Unternehmen untergraben.
Shein hat in einer Erklärung gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters dazu erklärt, dass die Kleidung, die es produziert, eine bestehende Nachfrage befriedige. Daher sei es ihm möglich, die Quote der unverkauften Kleidungsstücke konstant im niedrigen einstelligen Bereich zu halten, während traditionelle Anbieter bis zu 40% Abfall produzierten.
Schon seit 2007 gibt es in Frankreich eine erweiterte Herstellerverantwortung, die die Unternehmen verpflichtet, sich auch nach dem Verkaufszeitpunkt um das Produkt zu kümmern. Dieses System soll auch auf EU-Ebene eingeführt werden. Im vergangenen Jahr hat Frankreich zudem ein Reparaturprogramm gestartet, dass Menschen ermutigen soll, ihre Kleidung und Schuhe nachbessern oder aufbereiten zu lassen, statt sie wegzuwerfen. Dafür soll es auch finanzielle Unterstützung geben.
In Großbritannien, wo Shein stark wächst und seine Nutzerzahlen laut einem Bericht des „Guardian“ seit 2018 um das fast 20-Fache gestiegen sind, hat man indes einen anderen Zugang: Dort plant das Unternehmen den Börsengang. Zunächst hatte Shein dies in New York versucht. Dort aber forderten die Gesetzgeber mehr Transparenz in der Lieferkette, als das Unternehmen zugestehen wollte.