Im sogenannten Unfinished Business Report, dem integrierten Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht des Barfußschuhherstellers Vivobarefoot, nimmt das Projekt Revivo immer mehr Platz ein. Schließlich ist es mittlerweile ein relevanter Geschäftszweig des Unternehmens. 4,4 Mio. Pfund (5,2 Mio. Euro) setzte Vivobarefoot im Geschäftsjahr 2023/2024 (Juli 2023 bis Juni 2024) mit dem Projekt um, ein Drittel mehr als im Vorjahr. Insgesamt liegt der Umsatz für das abgelaufene Geschäftsjahr bei 87 Mio. Pfund (102,9 Mio. Euro). Durch das Projekt wurden in dem Zeitraum über 62.000 Paar Schuhe general überholt. Das ist ein Plus von 23%.
Recycling und Refurbishment
Das Projekt ist seit 2020 auf dem Markt. Kundinnen und Kunden können Sneaker und Outdoor-Schuhe von Vivobarefoot und anderen Marken einsenden und erhalten dafür einen Gutschein für den nächsten Einkauf. Die Schuhe anderer Marken werden recycelt, das Material wird dann für Spiel- und Sportplätze oder Store-Ausstattung und Möbel verwendet. Nur die Vivobarefoot-Modelle werden gemeinsam mit der britischen Boot Repair Company generalüberholt und gehen wieder in den Verkauf. Dabei müsse es nicht bleiben, stellt Vivobarefoot-Gründer Gallahad Clark in Aussicht: „In Zukunft werden wir vielleicht mit anderen Schuhbrands zusammenarbeiten, um deren Turnschuhe wiederzubeleben.“ Außerdem gibt es die Möglichkeit, Schuhe neu besohlen und grundreinigen zu lassen. Die Reparatur und die Einsendung alter Schuhe ist in Europa und den USA möglich. Gebrauchte Schuhe können bislang nur in Europa gekauft werden, wobei der Heimatmarkt Großbritannien 40% der Verkäufe ausmacht. 94% der per Revivo verkauften Schuhe waren im vergangenen Geschäftsjahr tatsächlich Second-Hand. Die restlichen Schuhe seien ungetragene Retouren und Restbestände aus alten Kollektionen, wobei dieser Anteil weiter reduziert werden soll. Die Lebenszeit von tatsächlich getragenen Schuhen zu verlängern, sei schließlich das, was die Kundinnen und Kunden von Revivo erwarten würden, heißt es im Unfinished Business Report.