Laut dem Frühjahrsgutachten der Wirtschaftsweisen wird die Entwicklung der deutschen Wirtschaft von einer schwachen gesamtwirtschaftlichen Nachfrage geprägt. „Die privaten Haushalte konsumieren aktuell noch zurückhaltend, die Industrie und die Baubranche verzeichnen nur geringfügig neue Aufträge“, erklärt der Wirtschaftsweise Martin Werding: „Wir erwarten allerdings, dass die deutsche Wirtschaft im Verlauf des Jahres 2024 etwas an Fahrt gewinnt.“ Der private Konsum würde demnach im Laufe des Jahres die Konjunktur stützen. Für 2024 rechnet der Sachverständigenrat mit einem Wachstum von 0,2% des BIP und für 2025 von 0,9% des BIP. In der letzten Prognose, dem Jahresgutachten 2023, wurde für 2024 noch ein Wachstum von 0,7% des BIP prognostiziert.
Die Inflationsrate wird laut dem Bericht weiter sinken. 2024 soll sie bei durchschnittlich 2,4% liegen, 2025 bei 2,1%. „Wir gehen davon aus, dass die EZB noch in diesem Sommer die Leitzinsen senken wird. Die damit verbesserten Finanzierungsbedingungen für Unternehmen werden die privaten Investitionen ankurbeln“, erläutert Wirtschaftsweise Ulrike Malmendier. Die Zinssenkung dürfte laut Bericht jedoch frühestens im Jahr 2025 die gesamtwirtschaftliche Nachfrage stützen. Weiterhin könnten geopolitsche Themen auch künftig die wirtschaftliche Situation beeinflussen. Bei einer Ausweitung des Nahost-Konfliktes sei mit einer erneuten Steigerung der Energiepreise zu rechnen. Auch die Schuldenbremse sorgt für Unsicherheit, da noch unklar ist, welche finanziellen Spielräume die Bundesregierung in den kommenden Jahren haben wird und welche Maßnahmen sie tätigen würde, um sie einzuhalten.