Die Wortmann-Gruppe investiert 20 Mio. Euro in ein neues vollautomatisches Shuttle-Lager, welches das Logistikzentrum in Detmold erweitert. Der Baubeginn ist für September 2025 geplant, die Fertigstellung soll im ersten Halbjahr 2027 erfolgen. „Ich glaube fest an die Zukunft unseres Unternehmens und unserer Branche. Wir sehen es aber als unsere Pflicht an, unsere Services nochmals zu verbessern und unsere Auslieferkapazität zu erhöhen“, sagt Wortmann-CEO Jens Beining gegenüber schuhkurier. Vor diesem Hintergrund habe man vor knapp einem Jahr die Entscheidung getroffen, in den Standort Detmold zu investieren – „und es ist ein Investment in 100% Technologie“ so Beining. „Wir wollen damit die Basis schaffen für weiteres Wachstum und unseren Kundenservice durch noch mehr Dynamik weiter verbessern.“
Im Blick hat der Wortmann-Chef dabei die Bedürfnisse des Handels: „Dieser hat heute andere Ansprüche im Hinblick auf die Belieferung. Dem kommen wir zukünftig für unsere Handelspartner in ganz Europa noch leistungsstärker nach. Unser Investment ist sicherlich auch ein Statement für die gesamte Branche.“
Mit dem Shuttle-Lager soll die Lagerkapazität am Standort in Ostwestfalen um 1 Mio. zusätzliche Paar erhöht werden. Das bereits 2010 erbaute vollautomatische Hochregallager fasst 3,5 bis 4 Mio. Paar Schuhe auf 27.500 Paletten, die am Standort Detmold umgeschlagen werden. Das umfasst Ware aller zur Gruppe gehörenden Marken, von Tamaris über Marco Tozzi und Caprice bis hin zu Jana, S.Oliver und Peter Kaiser.
Das Shuttle-Lager wird mit dem Palettenlager über eine Brücke mit Förderbändern verbunden sein und eine noch schnellere und bedarfsgerechtere Belieferung des Einzelhandels ermöglichen. Die Auslieferkapazität für die europäischen Märkte wird durch den Anbau verdoppelt – künftig können 2.000 Kartons, also ca. 20.000 Paar, pro Stunde umgeschlagen werden. Die Kombination des Shuttle-Lagers mit dem bestehenden Palettenlager ermöglicht es, große Warenmengen effizienter zu lagern und zu transportieren, aber auch kleine und kurzfristige Aufträge zuverlässig abzuwickeln.
Bereits seit geraumer Zeit bietet Wortmann NOS und Einzelpaarbestellungen über einen Dienstleister an. Mit dem neuen Lager sollen auch diese Services schneller und effizienter erfolgen. So soll es künftig auch möglich sein, auch bei späterem Eingang von Bestellungen die Ware noch am selben Tag auszuliefern. Aktuell verfügt das Logistikzentrum Detmold über 60 Brücken, mit denen mehr als 60 LKW be- und entladen werden können. Auch hier wird es durch das neue Lager eine deutliche Beschleunigung geben.
Wortmann will damit neue Servicekonzepte für Handelspartner anbieten können und ihre Anforderungen nach Flexibilität, kurzen Lieferzeiten und hoher Warenverfügbarkeit besser erfüllen. Ein Fokus liege dabei auf dem Ausbau der Carry-Over- und NOS-Artikel, die maßgeblich zur Umsatzstabilität im Handel beitragen, erklärt das Unternehmen in einer offiziellen Mitteilung zu dem Bauvorhaben. Mit dem neuen Lager werden alle Prozesse der Logistik automatisiert und in einer digitalen Lieferkette vernetzt sein.
Für den geplanten Neubau wird die Wortmann-Gruppe eine Erweiterung des bestehenden Grundstücks am Standort Detmold vornehmen. Die technische Planung des Projekts ist laut Jens Beining abgeschlossen; aktuell laufen die Genehmigungsverfahren und Ausschreibungen. Bei dem geplanten Objekt handelt es sich um einen ersten Bauabschnitt, eine Erweiterung zu einem späteren Zeitpunkt ist möglich.