Nachdem die direkten Gespräche zwischen dem Unternehmen und dem Betriebsrat ohne Ergebnis geblieben waren, begann das Schlichtungsverfahren am 23. Juni. Im Mittelpunkt stehen ein Interessenausgleich und ein Sozialplan für die Beschäftigten.
Nach Angaben des Betriebsrats arbeiten derzeit noch rund 2.100 Menschen an dem Standort. Die erste Sitzung war demnach eine von insgesamt vier geplanten Verhandlungsrunden. Die Positionen beider Seiten lägen weiterhin deutlich auseinander. Die vorerst letzte Sitzung soll am 9. Juli stattfinden.
Zalando hatte im Januar angekündigt, das Erfurter Logistikzentrum bis Ende September 2026 zu schließen. Zu diesem Zeitpunkt beschäftigte das Unternehmen dort rund 2.700 Menschen. Als Grund nannte der Online-Modehändler eine Neuordnung des europäischen Logistiknetzwerks von Zalando und About You.
Thüringens Arbeitsministerin Katharina Schenk bedauerte das Scheitern der bisherigen Gespräche und forderte eine zügige, tragfähige Lösung: „Die Beschäftigten haben Klarheit und Augenhöhe verdient. Denn sie haben Zalando groß gemacht, mit ihrer täglichen Arbeit, ihrer Bereitschaft zum Schichtbetrieb und ihrer Loyalität. Zum Dank fährt der Konzern in Thüringen offenbar ein Extra-Sparprogramm, welches nach Angaben des Betriebsrats nicht einmal mit den Sozialplänen an anderen Standorten mithalten kann (z.B. Berlin). Da werden Millionen in das Sportsponsoring gesteckt, während tausende Beschäftigte im Stammwerk in Erfurt auf eine Anerkennung ihrer langjährigen Leistungen warten und weiter in eine ungewisse Zukunft blicken. Ich hoffe und wünsche den Beschäftigten, dass die Einigungsstelle nun zügig tragfähige Lösungen bringt. Mir ist dabei besonders wichtig, dass diese Lösungen nachhaltig sind. Wir dürfen nicht nur über Abfindungen sprechen, sondern auch über Qualifizierung. Der Konzern trägt eine Verantwortung für die Zukunft seiner Beschäftigten, so wie sie jahrelang Verantwortung für den Konzernerfolg getragen haben.“