Der taiwanische Schuhhersteller Yue Yuen Industrial, weltweit einer der wichtigsten Produktionspartner internationaler Sport- und Lifestylemarken, hat im ersten Halbjahr 2026 einen Umsatz von 3,97 Mrd. US-Dollar erzielt. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht dies einem Rückgang von 2,2 %. Besonders betroffen war das Kerngeschäft der Schuhfertigung: Die Umsätze im Produktionsbereich gingen um 4,7 % zurück, während die Zahl der ausgelieferten Schuhe um 6,4 % auf 118,6 Mio. Paar sank. Ein um 1,6 % höherer durchschnittlicher Verkaufspreis je Paar konnte den Mengenrückgang nur teilweise kompensieren.
Noch deutlicher fiel die Entwicklung beim Ergebnis aus. Der den Anteilseignern zurechenbare Gewinn brach um 57,9 % auf 72 Mio. US-Dollar ein. Die Bruttomarge im Fertigungsgeschäft verringerte sich von 17,7 auf 14,3 %. Yue Yuen führt dies vor allem auf die geringere Auslastung seiner Produktionsstätten zurück. Schwankende und kurzfristige Auftragseingänge hätten zu Ineffizienzen in der Produktion geführt, gleichzeitig seien Lohn- und Gemeinkosten weiter gestiegen. Insgesamt sank die Bruttomarge des Konzerns von 22,6 auf 20,7 %.
„Während die zunehmenden makroökonomischen Unsicherheiten unsere operative Entwicklung belastet haben, nutzen wir diese kurzfristigen Herausforderungen als Katalysator für langfristiges Wachstum. Mit unseren gewachsenen Kernkompetenzen und langjährigen Partnerschaften mit internationalen Marken werden wir unsere Widerstandsfähigkeit weiter stärken und die Transformation des Unternehmens konsequent vorantreiben“, erklärte Chairman Lu Chin Chu. Ziel sei es, die Produktionsstruktur weiter zu optimieren, die operative Exzellenz auszubauen und nachhaltige Werte für Kunden und Aktionäre zu schaffen.
Regional blieb Indonesien mit einem Anteil von 52 % wichtigster Produktionsstandort des Konzerns. Es folgen Vietnam mit 33 % und China mit neun Prozent der gesamten Schuhproduktion. Die strategische Verlagerung von Kapazitäten nach Indonesien und Indien will Yue Yuen in den kommenden Jahren fortsetzen, um die Lieferketten breiter aufzustellen und langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.
Stabiler entwickelte sich das Einzelhandelsgeschäft der Tochtergesellschaft Pou Sheng in Greater China. Der Umsatz legte in US-Dollar um 3,5 % auf 1,31 Mrd. US-Dollar zu. Gleichzeitig setzte das Unternehmen seine Restrukturierung konsequent fort und reduzierte die Zahl der eigenen Verkaufsstellen bis Ende Juni um netto 200 auf 3.110 Filialen. Ziel bleibt eine höhere Flächenproduktivität und eine stärkere Verzahnung stationärer und digitaler Vertriebskanäle.
Für die zweite Jahreshälfte rechnet Yue Yuen mit einem weiterhin anspruchsvollen Marktumfeld. Anhaltende Inflation, geopolitische Unsicherheiten und eine geringe Planungssicherheit bei den Auftragseingängen dürften die Nachfrage weiterhin belasten. Gleichzeitig will der Konzern seine Wettbewerbsfähigkeit durch Investitionen in digitale Fertigungsprozesse, SAP- und Manufacturing-Execution-Systeme sowie den verstärkten Einsatz KI-gestützter Produktionssteuerung ausbauen. Auch die Zusammenarbeit mit internationalen Markenpartnern soll weiter vertieft werden, um den Anteil hochwertiger Aufträge zu erhöhen.
Trotz des deutlichen Gewinnrückgangs hält Yue Yuen an seiner langfristig stabilen Dividendenpolitik fest. Der Vorstand schlägt für das erste Halbjahr erneut eine Zwischendividende von 0,40 Hongkong-Dollar je Aktie vor.