RTL hatte am 14. April im Rahmen der Reihe „Extra“ einen Beitrag der Journalistin Caro Lobig gesendet, die für drei Monate unter falschem Namen für Zalando in Erfurt gearbeitet hatte und dabei mit versteckter Kamera gefilmt hatte. In der Reportage wird erhebliche Kritik an den Arbeitsbedingungen im Logistikzentrum geübt.
Die Staatsanwaltschaft Erfurt bestätigte den Eingang der Zalando-Anzeige. Die Journalistin hat ihrerseits mit Unterstützung der Gewerkschaft Verdi eine Kündigungsschutzklage gegen Zalando eingereicht. Ziel soll jedoch nicht Entschädigung oder Wiedereinstellung sein, vielmehr gehe es darum, dass das Aufdecken von Missständen nicht mit dem Rauswurf bestraft werden dürfe.
Dass Berichte über problematische Arbeitsbedingungen Konsequenzen für die betroffenen Unternehmen haben, zeigt eine Umfrage auf T-Online.de: Über 80% der Teilnehmer geben an, nach Reportagen wie der über Zalando solche Unternehmen nicht mehr zu unterstützen. Nur gut 16% sagen in der allerdings nicht repräsentativen Umfrage, dass Preis, Auswahl und Service den Ausschlag für die Kaufentscheidung geben.