Bangladesh exportiert demnach Leder und Lederwaren im Wert 660 Mio. Dollar jährlich. 150 Gerbereien gibt es im Stadtteil Hazaribagh der Hauptstadt Dhaka, deren giftige Abwässer ungeklärt entsorgt werden. Ein Mitarbeiter in einer Gerberei verdient nach Angaben der Autoren der Sendung 9 Cent pro Stunde.
Thematisiert werden in der „37 Grad“-Sendung unter anderem illegale und qualvolle Rindertransporte von Indien nach Bangladesh, wo die Tiere für die Gewinnung preiswerten Leders geschlachtet werden. Ebenso werden die katastrophalen Lebensbedingungen von Pelztieren in chinesischen Farmen dargestellt, deren Fell überwiegend als Besatz für Kapuzen von Winterjacken verwendet wird.
BLE-Präsdient Dr. Joachim Stoll: “Ich gehe davon aus, dass uns dieses Thema die nächsten Jahre beschäftigen wird. Der Handel steht in dem Dilamma der hohen Ansprüche der Kunden bei oftmals geringer Preisbereitschaft sowie der häufig nicht nachvollziehbaren Herkunft der Materialien und Vorprodukte sowie der nicht transparenten Fertigungsstandards.”
Das relativ kleine Marktvolumen der Lederwarenbranche im Vergleich zu Textil und Schuh führe zu einer geringen Kraft, Standards in ausländischen Märkten zu setzen. “Dennoch muss sich die Branche aktiv mit diesem Thema auseinandersetzen und positive Beispile in der eigenen sowie angrenzenden Brachen suchen. Mir fällt auf, dass sich gerade junge Nachwuchskräfte im Handel von hohen ökologische und sozialen Standards bei ihrem Arbeitsstil leiten lassen. Daher bin ich optimistisch, dass sich neben den Konsumenten auch die Händler und am Ende die gesamte Branche weiterentwickeln.”
Die Sendung befasste sich weiterhin mit Schadstoffen im Gerbprozess, der Bildung von Chrom VI und dem Einsatz von Dimethylfumarat. Zum Thema befragt werden unter anderem Lederanbieter auf der ILM in Offenbach und der Lineapelle in Bologna sowie Verbraucher beim Schuhkauf.
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