In der Petition wird konkret genannt:
Wir fordern ein „Level Playing Field“ für unsere EU-ansässigen Händler,
* die EU-Richtlinien beachten beim Import von Produkten und aufwändige Prüfungen durchführen
* die für importierte Ware Importzölle und Einfuhrumsatzsteuer entrichten
* die für versendete Ware Gebühren für die Entsorgung bezahlen
Diese Regelungen würden durch die chinesischen Plattformen unterlaufen, weil es dem Zoll an Kapazitäten fehle. Zusätzlich nutzten die chinesischen Plattformen subventionierte Frachtverträge, um ihre Pakete nach Europa zu senden – zu Frachtraten, zu denen europäische Händler nicht einmal national versenden können, geschweige denn nach China.
Zentrada erklärt, man wolle mit der Petition erreichen, dass das Thema ganz oben auf die Agenda des Wirtschafts- und Finanzministeriums gesetzt wird und schnelle Lösungen angestrebt werden. „Aktuell verschieben die politischen Entscheidungsträger alles Richtung Brüssel mit dem Argument, für Zollfragen sei die EU zuständig. Doch Norwegen und Schweden haben trotzdem auf nationaler Ebene eine Paketgebühr für die Einfuhr kleiner Pakete aus Drittländern eingeführt und damit bereits eine deutliche Reduzierung der Paketflut erreicht. Wir sehen, auch die Länder können etwas tun“, so Martina Schimmel.
Sie fordere Deutschland und Europa auf, schnell zu handeln. Die Zahlen sprächen für sich: Die täglichen, globalen Sendungsvolumen der Plattformen Temu und Shein belaufen sich laut Zentrada auf jeweils 4.000 bis 5.000 Tonnen. Diese beinhalten ca. 400.000 tägliche Sendungen nach Deutschland von den beiden Akteuren zusammen. Bei einem durchschnittlichen Wertansatz von nur 10 Euro pro Paket wären das 4 Mio. Euro Umsatz jeden Tag. Daraus resultieren täglich 760.000 Euro Verluste an Steuereinnahmen (Einfuhrumsatzsteuer bzw. Mehrwertsteuer), hier exemplarisch für den deutschen Staat gerechnet.
Hier geht es zur Petition.
Über Zentrada
Zentrada Europe ist ist eine Beschaffungsplattform für den Großhandelseinkauf von Konsumgütern mit über 400.000 aktiven Händlern in Europa. Die Online-Plattform will die Masse kleiner und selbständiger Händler mit den größten Lieferanten von Fast Moving Consumer Goods verbinden. Zentrada unterhält nach eigenen Angaben Plattformen in neun Ländern und Sprachen und Vor-Ort-Büros in den jeweiligen Ländern. Ziel sei es, den grenzenlosen Handel innerhalb von Europa zu unterstützen.