Übervolle Lager, Kaufzurückhaltung, Zahlungsverschiebungen: Die Zentrasport Österreich, ein Verband der österreichischen Sportfachhändlergemeinschaft, muss sich in ein Sanierungsverfahren begeben. Im ersten Halbjahr konnte Zentrasport zwar noch einen Umsatzgewinn von 10% verzeichnen, Probleme mit den Lieferketten sowie das veränderte Kaufverhalten hätten jedoch zu vollen Lägern geführt, während neben vereinzelten Geschäften auch „ein großer Händler“ seinen Zahlungen nicht nachkam. Dies sorgte für eine rasante Verschlechterung der Liquidität, sodass „Sicherheiten wie Eigentumsvorbehalte, Bankgarantien und Pfandrechte zur Absicherung der offenen Forderungen“ aufgrund der zusätzlich vorsichtig agierenden Banken „nicht schnell genug realisiert“ werden konnten. Dr. Holger Schwarting, Vorstand von Sport 2000 Österreich, erklärt: „Die derzeitige Situation fordert uns als Verband sehr. Wir haben gemeinsam mit Vorstand und Aufsichtsrat sowie Banken in den vergangenen Wochen intensiv nach Finanzierungslösungen gesucht, um den Liquiditätsengpass zu bewältigen. Das ist uns aus eigener Kraft leider nicht gelungen.“
Händler nicht betroffen
Die selbstständigen Händlerinnen und Händler von Sport 2000 sind von der Sanierung nicht betroffen. Mit den Mitarbeitenden und dem Betriebsrat von Zentrasport sowie Banken, Lieferantinnen und Lieferanten sowie Partnerinnen und Partnern befinde man sich bereits in Gespräche. Vor allem mit der Verbundgruppe ANWR Group sei man im Austausch, so Schwarting. „Wie diese Veränderungen für unser Team in Ohlsdorf, unser Lager in Regau und für unsere Händlerinnen und Händler konkret aussehen werden, können wir im Moment noch nicht sagen. Was wir sagen können: Aktuell gibt es gute Gespräche bezüglich einer Zusammenarbeit mit der ANWR Group. Diese Option wird intensiv geprüft.“
Wie es weiter geht
Erste Schritte sind bereits in Planung: zum 1. August 2023 soll die DZB Bank GmbH der ANWR-Gruppe das Zentralregulierungsgeschäft übernehmen.
„Die Beantragung des Sanierungsverfahrens ist für die nächsten Tage geplant“, sagt Schwarting. „Ich bedauere diesen Schritt zutiefst, vor allem in Anbetracht der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung der Zentrasport in den letzten Jahren. Er ist jedoch rechtlich notwendig, um unsere Gemeinschaft für die Zukunft zu sichern und die Liquidität wiederherzustellen,“