Für Deutschland prognostiziert Allianz Trade 2025 +11 % auf rund 24.320 Fälle, 2026 +1 % (≈ 24.500; höchster Stand seit 12 Jahren) und 2027 −4 %. Trotz erwarteter Stabilisierung lägen die Fallzahlen 2026 etwa 23 % über dem Vor-Pandemie-Durchschnitt; 2027 wären es noch 18 %. „Nach einem sehr turbulenten Jahr 2025 zeigt sich für Deutschland langsam Licht am Ende des Insolvenz-Tunnels“, sagt Milo Bogaerts, CEO von Allianz Trade in Deutschland, Österreich und der Schweiz. „Ich bin überzeugt, dass viele deutsche Unternehmen auch aus dieser Krise mittelfristig gestärkt hervorgehen – allerdings sollten sie weiterhin wachsam bleiben, denn für einige wird es auch weiterhin eng werden.“
Regional zeigen sich unterschiedliche Zolleffekte: In den USA stützen Preisweitergaben und Umleitungen über Drittländer bislang die Resilienz. Exportorientierte Volkswirtschaften könnten dagegen stärkere Anstiege sehen; als Risikoszenario nennt Allianz Trade zusätzliche Fälle unter anderem in Kanada, Frankreich, Spanien und den Niederlanden. Geringere Zolleffekte werden für Deutschland, Großbritannien, Italien und Belgien erwartet.
Ein weiterer Risikofaktor ist der Gründungsboom, besonders in Technologie und KI. Jüngere Unternehmen tragen überproportional zum Insolvenzgeschehen bei; ein Abflauen des KI-Booms könnte zusätzliche Insolvenzen auslösen (u. a. Schätzwerte für die USA, Deutschland, Frankreich und das Vereinigte Königreich).