2025 haben in Deutschland rund 188.000 Unternehmen ihre Geschäftstätigkeit eingestellt. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Anstieg um 10 %. Das geht aus einer gemeinsamen Untersuchung von Creditreform und dem Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) hervor. Auch im Handel stieg die Zahl der Schließungen um 8 %.
Zunehmend sind auch wirtschaftlich grundsätzlich solide Unternehmen betroffen. „Anders als in früheren Jahren beenden nun auch eigentlich gesunde Firmen ihre Geschäftstätigkeit. Das geht zunehmend an die Substanz des Landes“, sagt Patrik-Ludwig Hantzsch, Pressesprecher von Creditreform. Als Gründe nennt die Untersuchung unter anderem technologischen Wandel, steigenden Wettbewerbsdruck und Arbeitskräftemangel.
Hinzu kommt die demografische Entwicklung. Immer häufiger geben Inhaber ihre Betriebe auf, weil sie in den Ruhestand gehen und keine Nachfolge finden. „Fast ein Drittel aller freiwilligen Schließungen erfolgt mittlerweile aus Altersgründen – deutlich mehr als noch vor 10 oder 15 Jahren“, erklärt Dr. Sandra Gottschalk, Senior Researcher beim ZEW Mannheim.
Der überwiegende Teil der Geschäftsaufgaben erfolgt dabei ohne Insolvenzverfahren. Laut Gottschalk traf dies 2025 auf rund 87 % der erfassten Unternehmensschließungen zu. Lediglich etwa 13 % gingen auf ein Insolvenzverfahren zurück.
Besonders deutlich stiegen die Schließungszahlen im Gastgewerbe mit +15 %, im Baugewerbe mit 12 % und im Verarbeitenden Gewerbe mit 10 %. Rund 11.000 Industrieunternehmen und etwa 24.000 Bauunternehmen stellten 2025 ihren Betrieb ein. Regional betrachtet weist das Land Bremen die höchste Schließungsrate auf: 7,8 % aller Unternehmen, die 2024 noch bestanden, sind inzwischen vom Markt verschwunden.