„Erwerber, die in die Zukunft dieser Geschäfte investieren“

Dielmann/Sporthübner: Weitere Schuhhäuser und Sportgeschäfte verkauft

Dielmann-Filiale in Mannheim (Foto: Dielmann)
Dielmann-Filiale in Mannheim (Foto: Dielmann)

Die Geschäftsführung des Schuhfilialisten Dielmann hat Ende vergangener Woche den Verkauf weiterer Filialen beschlossen. Zum 1. Januar 2021 sollen insgesamt 16 Filialen an neue Eigentümer übergehen. Die Käufer sind bekannte Schuhfilialisten.

Bestandteil der Verkäufe, die noch unter Vorbehalt des Eintritts verschiedener Bedingungen stehen, sind Warenbestand, Filialausstattung und die Mitarbeiter.

Die Sutor Schuh GmbH aus Altdorf/Landshut übernimmt drei Dielmann-Filialen mit 46 Mitarbeitern in Bayern. Auf die Siemes Schuhcenter GmbH & Co KG mit Sitz in Mönchengladbach gehen drei weitere Dielmann-Filialen in Bayern und Hessen mit 25 Mitarbeitern über. Die Fritz Frank Schuhe + Sport KG aus Bretzenheim übernimmt drei weitere Filialen in Baden-Württemberg und Hessen mit 70 Mitarbeitern.

Sechs der Sporthaus Robert Hübner GmbH in Bayern und Hessen mit 119 Mitarbeitern in gehen ebenfalls an die Fritz Frank Schuhe + Sport KG. Eine weitere bisherige Hübner-Filiale in Hessen mit 9 Mitarbeitern wird künftig von der Siemes Schuhcenter GmbH & Co. KG weiter betrieben.

Über die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Transaktionen wurde Stillschweigen vereinbart.

„Wir freuen uns sehr, dass wir mit diesen Verkäufen weiteren 16 Filialen mit 269 Beschäftigten eine Perspektive geben können“, sagt Michael Specht, Geschäftsführer der Schuhhaus Dielmann GmbH & Co. KG. Dr. Kristian Schneider, Geschäftsführer der Sporthaus Robert Hübner GmbH, ergänzt: „Dass wir es trotz der schwierigen Ausgangslage gemeinsam geschafft haben, Erwerber zu finden, die in die Zukunft dieser Geschäfte investieren, zeigt, wie leistungsfähig beide Unternehmen und ihre Mitarbeiter sind.“

Für die nun neun Dielmann-Filialen sowie das letzte verbliebene Geschäft vom Sporthaus Hübner, für die bisher noch kein Investor gefunden werden konnte, würdem weiter mit Hochdruck Übernehmer gesucht. Auch für diese betroffenen 119 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen neue Arbeitgeber gefunden werden.

„In den kommenden Wochen werden wir jetzt die Übergabe der Geschäfte an die neuen Eigentümer vorbereiten“, erklären die Rechtsanwälte und Restrukturierungsexperten Steffen Schneider (BBL Brockdorff & Partner) für Sporthaus Hübner und Dr. Georg Bernsau (K&L Gates LLP) für Schuhhaus Dielmann. Beide sind ebenfalls Geschäftsführer in den jeweiligen Gesellschaften. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden über den aktuellen Stand und das weitere Vorgehen informiert.
 

Folgende Standorte werden veräußert:

Übernahme durch Fritz Frank Schuhe + Sport KG:

Dielmann: Darmstadt (Ludwigstraße)
Mannheim (P5)
Gründau-Lieblos (Rudolf-Walther-Straße)

Sporthaus Hübner:
Aschaffenburg (Linkstraße)
Darmstadt (Ludwigplatz)
Dreieich-Sprendlingen (Robert-Bosch-Straße)
Groß-Gerau (Adolf-Göbel-Straße)
Gründau-Lieblos (Rudolf-Walther-Straße)
Heppenheim (In den Stadtwiesen)

Übernahme durch Siemes Schuhcenter GmbH & Co KG:

Dielmann: Eschborn (Elly-Beinhorn-Straße)
Heppenheim (In den Stadtwiesen)
Würzburg (Industriestraße)

Sporthaus Hübner: Eschborn (Elly-Beinhorn-Straße)


Übernahme durch Sutor Schuh GmbH:

2x Erlangen (Hauptstraße, Nürnberger Straße)
1x Würzburg (Domstraße)

 

Dielmann: Schutzschirmverfahren in Eigenverwaltung


Anfang Juni 2020 hatten der Darmstädter Schuhfilialist Dielmann GmbH & Co. KG sowie die Sporthaus Robert Hübner GmbH Anträge auf Eröffnung eines Schutzschirmverfahrens gestellt. Die Geschäftsführer Dr. Thomas Dielmann und Markus Dielmann hatten sich im Zuge dessen aus der Geschäftsführung zurückgezogen. Begründet hatten sie den Schritt ins Schutzschirmverfahren mit den von der Regierung verordneten Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus. So sei der Umsatz von Dielmann komplett weggebrochen. Zudem sei eine erforderliche Überbrückungsfinanzierung von der KfW abgelehnt worden.

Anfang September waren die Schutzschirmhauptverfahren über beide Handelsunternehmen eröffnet und die Eigenverwaltung angeordnet worden. Bereits zu Beginn des Verfahrens sei ein geordneter Investorenprozess in Gang gesetzt worden, teilte das Unternehmen im Zuge dessen mit. Ziel sei es, einen oder mehrere Investoren zu finden, die in die Zukunft der Unternehmensgruppe investieren und diese fortführen. Man führe intensive Verhandlungen mit Kaufinteressenten.
Wenige Wochen später verkündete das Unternehmen Dielmann, 13 Standorte der Marken Dielmann, Dstep und Sommerkind in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Rheinland-Pfalz bis zum 31. Dezember 2020 schließen zu wollen. 84 Mitarbeitern müsse im Zuge dessen gekündigt werden.

Im September 2020 hat die Schuhhaus Dielmann GmbH & Co. KG darüber informiert, 13 Filialen der Marken. Dielmann, Dstep und Sommerkind in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Rheinland-Pfalz zum 31. Dezember 2020 zu schließen und die Arbeitsverhält-nisse von 84 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unter der Berücksichtigung einer dreimonatigen Kündigungsfrist zu kündigen. Ende September 2020 wurde die bereits vor dem Schutzschirmverfahren gekündigte Filiale im ECE Center Ettlinger Tor in Karlsruhe geschlossen. Im Oktober 2020 hatte Dielmann den Verkauf von acht Fachmärkten an die Myshoes SE bekanntgegeben. 
 

Standorte der Dielmann-Gruppe:

Fachgeschäfte (27): Ansbach, Baden-Baden, 2x Darmstadt, 2x Erlangen (Mengin), Frankenthal, Frankenthal (Sommerkind), 3x Frankfurt am Main, Gelnhausen, 2x Hanau, 2x Kaiserslautern, 3x Karlsruhe, 2x Mannheim, Neustadt an der Weinstraße, Neu-Isenburg, Neu-Isenburg (Dstep), Offenbach am Main, Regensburg, Würzburg.
Fachmärkte (9): Aschaffenburg (Rohrmeier), Bad Vilbel (Braun), Dreieich (Braun), Friedrichsdorf (Braun), Gründau (Braun), Heppenheim (Braun), Reichelsheim (Geier), Weiterstadt (Braun), Würzburg (Braun).
Mixmärkte (4):
Erfurt (Geier), Eschborn, Groß- Gerau, Viernheim.
Fachgeschäfte bzw. Fachmärkte Sport (8):
Aschaffenburg (Rohrmeier Sportive), Darmstadt, Dreieich, Eschborn, Groß-Gerau, Gründau, Heppenheim an der Bergstraße, Weiterstadt


Über Fritz Frank Schuhe+Sport KG

Die Fritz Frank Schuhe+Sport KG wurde 1912 in Bad Kreuznach gegründet und wird heute in dritter Generation in der Familie geführt. Aktuell betreibt das Unternehmen über 40 Filialen als klassische Schuhfachgeschäfte, Sportfachgeschäfte sowie Schuh+Sportfachmärkte im Süden Deutschlands, von Köln bis Augsburg.

 

Über Siemes Schuhcenter GmbH & Co KG

1936 in Mönchengladbach mit einem Schuhfachgeschäft gestartet, gehört die familiengeführte Siemes-Gruppe zu den größten deutschen Schuhfachhändlern. Sie ist deutschlandweit mit verschiedenen Fachhandelskonzepten vertreten. Zu Siemes gehören Leone, Siemes Schuhhaus und die Siemes Schuhcenter.


Über Sutor Schuh GmbH

Das Schuhhaus Sutor ist seit seiner Gründung 1934 in Landshut ein Familienschuhhaus in Bayern. Damals wie heute ist Sutor in Familienbesitz. Mit aktuell 21 Schuhhäusern deckt Sutor große Teile Oberbayerns, Niederbayerns und der Oberpfalz ab und seit 2012 ist mit der ersten Filiale im Nürnberger Frankencenter auch die Präsenz in Franken gesichert.

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Petra Steinke / 18.11.2020 - 10:12 Uhr

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