Schuhhersteller aus Hauenstein

Josef Seibel: Afrikanische Trainees schließen Ausbildung ab

Feierliche Übergabe der IHK-Zertifikate am 31. Juli in Hauenstein. (Foto: Redaktion)
Feierliche Übergabe der IHK-Zertifikate am 31. Juli in Hauenstein. (Foto: Redaktion)

Am 31. Juli wurden beim Schuhhersteller Josef Seibel IHK-Zertifikate an fünf kenianische Trainees vergeben. Sie hatten eine Intensiv-Ausbildung zum Schuhfertiger erfolgreich absolviert. schuhkurier war bei den Feierlichkeiten in Hauenstein dabei. 

Sieben Monate Intensivkurs in der Gläsernen Schuhfabrik in Hauenstein liegen hinter den fünf Kenianern Christine Mkarigha, Bakari Mwamroji, David Mutemi, Danson Wanyoike und Victor Omollo, die am 31. Juli ihre IHK-Zertifikate entgegennehmen durften. Die Ausbildung in der Pfalz soll die Absolventen befähigen, ihr frisch erlangtes Wissen rund um die Schuhfertigung in ihrer Heimat weiterzugeben. Dort baut die Josef Seibel Africa Ltd derzeit in der Region Kwale County südlich von Mombasa eine Schuhfabrik, in der künftig Schuhe für kenianische Schülerinne und Schüler gefertigt werden sollen. 

Als „Herzensangelegenheit“ betrachtet Firmenchef Carl-August Seibel das Projekt. Privat unterstützt der Unternehmer bereits seit längerem Privatschulen der „Mekaela Academies“ in Kenia. Daraus sei die Idee entstanden, als Unternehmen eine Perspektive für die Schulabsolventen zu schaffen. „Unser Wunsch ist es, jungen Menschen in Kenia eine Chance auf eine duale Ausbildung nach deutschem Vorbild zu geben“, erklärte Seibel während einer Feier anlässlich der Zertifikatsübergabe in Hauenstein. Sobald die Fabrik fertiggestellt ist – die benötigten Maschinen seien derzeit unterwegs nach Afrika - soll die Schuhfertigung starten. Geplant ist ein Beginn Anfang September; die Corona-Krise könnte allerdings zu leichten Verzögerungen führen.
Die Josef Seibel Africa Ltd soll als komplettes System aufgebaut werden: Vom Materialsourcing über die Produktion bis hin zum Vertrieb und zum Marketing sollen alle Segmente innerhalb Kenias bzw. Afrikas organisiert werden.

Zug um Zug soll nach dem Start der Produktion die Belegschaft aufgebaut werden. 120 Menschen sollen künftig in der Fabrik arbeiten und bis zu 500 Paar Schuhe pro Tag fertigen: Halbschuhe aus echtem Ober- und Futterleder in robuster Ausführung und fünf Varianten, die von kenianischen Schülerinnen und Schülern zur Schuluniform getragen werden. „Unsere kenianischen Trainees sind hier sehr gut aufgenommen worden“, berichtet Seibel-Produktionsleiter Uwe Thamm. Man sei sehr zuversichtlich, dass die fünf Auszubildenden nicht nur Wissen erlangt, sondern auch „den Spirit“ aufgenommen hätten, den sie in Kenia weitertragen sollen. Alle fünf Trainees haben ihre IHK-Prüfung mit Erfolg bestritten. Ihr ursprünglich für sechs Monate angelegter Aufenthalt in Deutschland musste auf Grund der Corona-Pandemie auf sieben Monate verlängert werde. In wenigen Tagen treten die frisch ausgebildeten Schuhfertiger ihre Heimreise an. In Afrika werden sie künftig von Technikern und Facharbeitern der Seibel Gruppe unterstützt und begleitet.

Gefördert wird das Projekt von der Deutschen Investitions- und Entwicklungsgesellschaft DEG.

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Petra Steinke / 03.08.2020 - 11:15 Uhr

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