Gallery, Micam & Expo Riva Schuh

Messen 2020: erste Stimmen aus der Branche

Eingang zur 92. Ausgabe der Expo Riva Schuh (Foto: Expo Riva Schuh)
Eingang zur 92. Ausgabe der Expo Riva Schuh (Foto: Expo Riva Schuh)

Mit den Messen, die in wenigen Monaten erstmals wieder ihre Tore öffnen werden, soll ein Stück Normalität zurückkehren. Wer wird an welcher Messe teilnehmen? schuhkurier hat sich umgehört.

Ende August/Anfang September wird die Gallery Shoes stattfinden, kurz danach die ILM in Offenbach. Mitte September folgt die Micam. Die Expo Riva Schuh hat vor Kurzem eine Terminänderung bekanntgegeben und will die nächste Messe Mitte Dezember starten. Wer wird wo dabei sein? Für einen ersten Überblick sprach schuhkurier mit verschiedenen Unternehmen der Industrie. Einige sind noch nicht endgültig entschieden, andere haben bereits konkrete Pläne. Fest steht: Alle Marktteilnehmer wollen die weiteren Entwicklungen im Hinblick auf die Corona-Pandemie beobachten und gegebenenfalls reagieren.

„Die Wortmann-Gruppe wird an der Expo Riva Schuh im Dezember – Stand heute – teilnehmen“, erklärt Wortmann-CEOJens Beining gegenüber schuhkurier. „Rein mathematisch betrachtet, entspricht der neue Termin dem Sommertermin der Gardasee-Messe. Es wird aber sicherlich ein Unterschied sein, zum Jahresende zusammen zu kommen statt zu Beginn des neuen Jahres. Zu dem in unserer Branche derzeit angedachten neuen Saisonrhythmus passt die Messe Mitte Dezember ebenfalls nicht.“ Ebenso werde Wortmann nach aktuellem Stand auf der Micam in Mailand dabei sein. „Wir gehen davon aus, dass die Messen in diesem Jahr deutlich anders aussehen werden, als wir es gewohnt sind. Es ist in jedem Fall mit weniger Ausstellern und Besuchern zu rechnen. Das sehen wir ganz realistisch. Aber wir haben uns entschieden, Flagge zu zeigen“, so Jens Beining.

Der Langenfelder Schuhanbieter Ara hat die Teilnahme an der Micam beschlossen und „die Expo Riva Messe würden wir derzeit pauschal nicht absagen“, so Ara-Vertriebsvorstand Kresimir Zovak. Entschieden sei dies noch nicht und hänge vom weiteren Verlauf des Geschehens in den kommenden Monaten ab. „Wir tendieren aber eher dahin, dort auszustellen“, so Zovak. „Unsere Kunden, insbesondere der Fachhandel, welcher über die Vertreter kauft, präferieren eine physische Order.“ Mit fast allen dieser Kunden seien bereits Termine vereinbart. „Einige Key-Accounts insbesondere aus größeren Unternehmen sind da noch ein wenig zurückhaltender. Meistens wollen diese auch Termine, jedoch nicht unbedingt im eigenen Haus, sondern eher im Orderzentrum oder bei uns“, so Zovak.


Neuer Termin der Expo Riva Schuh „schwierig“


Bei der Hamm-Gruppe in Osnabrück ist man derzeit noch in Überlegungen. „Der Termin der Expo Riva Schuh lässt sich für uns wahrscheinlich schlecht realisieren“, erklärt Wiebke Petzoldt, die unter anderem das Marketing des Unternehmens organisiert. Auch zur Gallery Shoes habe man noch keine Entscheidung getroffen. Derzeit sei an mit vielen Kunden im Kontakt und plane die Saison. Händler seien vielfach bereit, in die Showrooms zu kommen. Man plane außerdem mit regionalen Messen, so Petzoldt.

Ralf Grossmann, Geschäftsführer der Gerli GmbH aus Merzalben, hat sich entschieden: „Die neue Terminierung der Expo Riva Schuh passt absolut nicht in unser Konzept und wir werden definitiv nicht im Dezember in Italien ausstellen“, so Grossmann auf schuhkurier-Anfrage. „Zu diesem frühen Zeitpunkt sind wir inmitten der Kollektionserstellung. Der Handel befindet sich im Weihnachtsverkauf und die Saison ist noch nicht abgeschlossen. Wir denken auch, die Budgetplanung der Händler ist zu diesem frühen Zeitpunkt noch nicht erfolgt. Der Termin kurz vor Weihnachten ist also denkbar ungünstig.“
Teilnehmen werde man an der Micam, so Grossmann. Zudem nehme man an allen Veranstaltungen der ANWR Group teil und biete Ordermöglichkeiten über verschiedene digitale Tools, wie z.B. Quintet24.

Karim und Olivier Choukair, Geschäftsführer des Heidelberger Schuhanbieters Melvin & Hamilton, haben sich entschlossen, „trotz aller Widrigkeiten unser Messeprogramm aufrecht zu erhalten und an allen Messen teilzunehmen, an denen wir auch in der vor-Corona Zeit teilgenommen haben. Gallery Shoes, Micam und auch Essenz sind für uns nach wie vor Veranstaltungen, die wir als wichtig und sinnvoll erachten“, so Karim Choukair. „Wir sehen es auch als unsere Pflicht an, die Messeveranstalter gerade in dieser schwierigen Zeit nicht im Stich zu lassen und so gut es geht zu unterstützen.“ Messen seien für Melvin & Hamilton immer von zentraler Bedeutung gewesen, so Choukair. „In einer Zeit, in der die Welt immer digitaler wird und der Konsument sich weltweit mit einigen Klicks über neue Trends informieren kann, ist es unabdinbar, sich mit seinen Kollektionen dem Konkurrenzkampf auf einer geeigneten Plattform zu stellen. Dafür sind Messen einfach ideal. Hier können die Einkäufer alle Brands sichten, vergleichen und schnell entscheiden. Auch Corona hat unsere Einschätzung diesbezüglich nicht verändert.“

Die Damenschuhmarke Lamica wird voraussichtlich in Düsseldorf, München, Mailand, auf den ANWR-Messen sowie bei den Veranstaltungen von GEB und MK Kreis präsent sein. Hinsichtlich der Expo Riva Schuh sei man noch nicht entschieden, so Repräsentant Ger Boekhoorn gegenüber schuhkurier. Trotz der unüberschaubaren Situation wolle man Kontakte knüpfen und dem Handel frische Farben und neue Trends präsentieren.

Der Rosenheimer Schuhhersteller Gabor hat keine Teilnahme an der Gallery Shoes geplant. Auch die Micam steht in der kommenden Saison nicht auf dem Terminkalender des Unternehmens. Hinsichtlich der Expo Riva Schuh sei man noch nicht entschieden, erklärt Gabor gegenüber schuhkurier. An verschiedenen SOC-Messen werde man aber teilnehmen, ebenso an einigen internationalen Orderveranstaltungen.

Legero United wird in diesem Jahr auf keiner Messe ausstellen; weder Micam noch Expo Riva Schuh stehen auf dem Kalender des Unternehmens.

Die deutsch-portugiesische Marke Apple of Eden wird in der kommenden Saison nicht auf der Gallery Shoes ausstellen. „Wir bedauern außerordentlich, an der Messe nicht teilnehmen zu können“, erklärt Friedrich Lüning, Mitinhaber der Marke. „Die gegenwärtigen Umstände lassen einen reibungslosen Ablauf und die erforderliche Frequenz von Besuchern und Ausstellern nicht zu. Auch muss davon ausgegangen werden, dass sich die allgemeinen Beschränkungen im Zusammenhang mit Covid 19 vorerst nicht auflösen werden. Hinzu kommt die zunehmende  Bereitschaft von Einkäufern, im Showroom oder mit digitalen Möglichkeiten einzukaufen bzw. Kollektionen zu sichten“, so Lüning weiter. „Die Erfahrungen der letzten Messe, die allgemeine Marktsituation zum heutigen Zeitpunkt lassen uns keine andere Wahl, diese Entscheidung aus gesundheitlichen wie wirtschaftlichen Gründen zu treffen.“

 

Frankfurt Fashion Week „hat Potenzial“


Vielfach wird von Herstellern die Hoffnung zum Ausdruck gebracht, dass sich die Situation im kommenden Jahr wieder deutlich normalisiert. Mit Interesse blickt man zudem auf die Pläne rund um die Frankfurt Fashion Week. Jens Beining (Wortmann) erklärt: „Das Konzept ist interessant. Darin steckt viel Potenzial, gerade auch in der Kombination von Mode und Schuhen.“

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Petra Steinke / 25.06.2020 - 14:41 Uhr

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