„Müssen Entscheidungsfaktoren Rechnung tragen“

Physische Frankfurt Fashion Week abgesagt

Messe Frankfurt (Foto: Marc Jacquemin)
Messe Frankfurt (Foto: Marc Jacquemin)

Die für den 5. bis 9. Juli 2021 geplante Premiere der Frankfurt Fashion Week wird nicht als physisches Event stattfinden. Stattdessen werde man sich im Sommer größtenteils auf digitale Formate konzentrieren, teilen die Veranstalter mit. 

Der modische Neustart in Frankfurt bleibt vorerst aus: Premium Group und Messe Frankfurt verzichten im Sommer auf das physische Event der Frankfurt Fashion Week. Neben den pandemischen Rahmenbedingungen sei vor allem die partnerschaftliche Verantwortung gegenüber allen Stakeholdern ausschlaggebender Punkt für diese Entscheidung, teilen die Messeveranstalter in einer Erklärung vom 5. Mai mit. Man wolle das Risiko einer physischen Veranstaltung unter den aktuellen pandemischen Bedingungen nicht auf den Rücken von Ausstellern und Besuchern verlagern. Zwar stimme der Impffortschritt positiv – Tradeshows und Präsentationen, die auf der physischen Präsenz eines internationalen Besucher- und Ausstellerportfolios aufbauten, müssten jedoch den zum jetzigen Zeitpunkt maßgeblichen Entscheidungsfaktoren Rechnung tragen. Nach wie vor gebe es Einschränkungen im Reiseverkehr und umfangreiche Quarantänebestimmungen sowie unternehmerische Aspekte wie Reiserestriktionen oder auch Kurzarbeitsregelungen, die Stakeholdern eine Zusage der physischen Teilnahme an der Frankfurt Fashion Week Anfang Juli derzeit unmöglich machten.


Digitales FFW Studio statt physischer Events
 

Statt der physischen Messe wolle man digital Impulse setzen, so die Veranstalter. Im FFW Studio sollen Inspirationen geboten werden, Themen zu Nachhaltigkeit und Digitalisierung vorgestellt und Diskussionsrunden organisiert werden. „Es geht darum, eine Art Pre-Season unserer Vision einer neuen Frankfurt Fashion Week, trotz Corona, Realität werden zu lassen“, so Anita Tillmann, Managing Director der Premium Group.
Das FFW Studio soll auf der Website www.frankfurt.fashion entstehen zentraler Anlaufpunkt für die Akteure der Modebranche sein. Geplant sind unter anderem verschiedene Livestreams. So sollen in Future Talks internationaler Medien zukunftsrelevante Fragestellungen mit Entscheidungsträgern der Branche durchgeführt werden. Weitere Programmhighlights sind laut den Organisatoren Einblicke in die beiden Leit-Konferenzen der neuen Frankfurt Fashion Week, der Frankfurt Fashion SDG Summit sowie die Konferenz „The New European Bauhaus – Werkstatt der Zukunft“, die beide erstmals im Rahmen der Frankfurt Fashion Week ausgerichtet werden. Die Programmdetails sollen zeitnah bekanntgegeben werden.


Physische Messen im Januar 2022
 

Die physischen Messen Premium, Seek, Neonyt und The Ground sowie die Runwaypräsentationen sollen erstmals vom 19. bis 21. Januar 2022 in der Mainmetropole ausgerichtet werden. „Unserer Intention, in Frankfurt eine Fashion Week gänzlich neu zu interpretieren und einen international Impact entwickelnden Impuls zu setzen, wie die Zukunft der Modeindustrie transformativ zu gestalten ist, werden wir somit auch unter diesen herausfordernden Umständen gerecht“, sagt Detlef Braun, Geschäftsführer der Messe Frankfurt. Jetzt heiße es, nach vorne zu blicken. „Wir sind angetreten, um die Frankfurt Fashion Week mit ihrem Ecosystem zum Taktgeber der Mode- und Textilbranche zu machen und relevante Zukunftsthemen auf die Agenda der Industrie zu setzen. An diesem Anspruch halten wir fest“, so Braun.


Gemeinsame Plattform mit Fokus auf Nachhaltigkeit
 

Die Frankfurt Fashion Week (FFW) ist ein gemeinsames Projekt der Premium Group (Premium, Seek, Fashiontech) und der Messe Frankfurt (Neonyt). Beide Messeveranstalter haben sich zusammengetan, um mit der FFW einen laut Detlef Braun „radikal zukunftsweisen“ Ansatz zu verfolgen und sich „mit einer konsequent nachhaltigen Agenda“ zu positionieren. Man wolle die Transformation der gesamten Modeindustrie hin zu einer ressourceneffizienten Industrie vorantreiben – und zwar auf globaler Ebene. Dabei wolle man, so Braun, „eine aktive Rolle bei der Lösung gesamtwirtschaftlicher Problemstellungen“ spielen. Im Dezember 2019 hatte Braun das Vorhaben der Messe Frankfurt der UNO in New York vorgestellt und die Weltorganisation als „Presenting Partner“ dafür gewinnen können.
Im Sommer 2020 hatten die Veranstalter bekannt gegeben, die Modemessen Premium, Seek und Neonyt von Berlin nach Frankfurt verlegen zu wollen. 

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Petra Steinke / 05.05.2021 - 11:00 Uhr

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