„Im Moment noch sinnvoll“

Wie steht der Schuhhandel zur Maskenpflicht?

Bei bestem Wetter strömen die Menschen in die Innenstädte. Derweil steigen die Inzidenzen. Vorerst bleibt die Maskenpflicht. (Foto: Redaktion)
Bei bestem Wetter strömen die Menschen in die Innenstädte. Derweil steigen die Inzidenzen. Vorerst bleibt die Maskenpflicht. (Foto: Redaktion)

Kleineres Übel oder doch ein großes? Vor dem Hintergrund des neuen Infektionsschutzgesetzes fragte schuhkurier Händlerinnen und Händler nach ihren Erwartungen.

Für Markus Höhne vom Schuhhaus Hittcher ist der Fall klar: „Wir haben so viele Fälle wie noch nie zuvor und um die Ausfälle von Mitarbeitern nicht auf einen Schlag kompensieren zu müssen, sind wir weiterhin für eine Maskenpflicht“, so der Händler aus Hamburg. Zu Ostern, mit steigenden Temperaturen und einem Absinken der Inzidenzen könnte die Maske seiner Meinung nach wegfallen. „Natürlich führt die Maskenpflicht zu weniger Umsätzen, als wenn wir sie nicht hätten, aber ich halte sie trotzdem für im Moment noch sinnvoll“, so Höhne.
Auch Philipp Niemann, Schuhhaus Friedrich Niemann KG, Bückeburg, sieht Masken weiterhin als sinnvoll an: „Die Maskenpflicht ist für uns das kleinere Übel, egal wie die Regelungen landesweit geplant sind. So können wir das Risiko einer Infektion auf ein Minimum reduzieren. Das ist gerade momentan bei den hohen Infektionszahlen sehr entscheidend. Unser Standort ist direkt an der Grenze zu NRW und wir haben immer FFP2 Masken vorrätig, die wir unseren Kunden überlassen können. Das ist für die meisten unproblematisch und es gibt auch keine Diskussion. Ladenschließungen sind ein massiver Eingriff in die Freiheit, aber an Masken haben sich inzwischen alle gewöhnt.“ Er wünsche sich, so Niemann, dass die Maskenpflicht angesichts der hohen Inzidenzen beibehalten werde, „denn wir müssen auch an die Mitarbeiter denken. Klar ist es für sie nervig, wenn sie den ganzen Masken tragen müssen und wir achten darauf, dass sie auch korrekt sitzen. Sollten die Regelungen komplett fallen, wird das heftige Konsequenzen im Einzelhandel haben. Aktuell haben wir hier im Geschäft vier Ausfälle wegen Corona und zwei Verdachtsfälle. Die Leute fallen dann nicht nur ein paar Tage aus, sondern liegen bis zu 3 Wochen flach. Auch die Kunden fühlen sich sicherer mit Masken und es erhöht ihre Sicherheit.“
Dass die Verbraucher auch weiterhin bereit sind, Masken zu tragen, davon geht der Händler aus: „Zu Anfang der Maskenpflicht dachten wir, dass die Masken die Konsumlust bremsen. Aber das war nicht der Fall. Wir müssen uns noch eine Weile mit der Maskenpflicht auseinandersetzen, im öffentlichen Raum sollte sie weiter bestehen. Was ist die Alternative? Noch ein Lockdown und weiter steigende Krankheitszahlen? Das kann niemand wollen.“

Ingo Hänel, Schuhhändler aus Römerstein, will die Maskenpflicht vor allem auch mit Blick auf sein Personal verlängern. Zum einen wolle man eventuell verunsicherten Verbrauchern ein Gefühl der Sicherheit geben. Zm anderen gehe es darum, Erkrankungen der Mitarbeiter und damit verbunden Personalausfälle zu minimieren. „Die Ansteckungszahlen sind nach wie vor immens hoch und dem müssen wir mit klaren Regeln Rechnung tragen“, so Hänel. Die Kundinnen und Kunden erlebe er relativ neutral, was das Tragen von Masken angeht. „Schöner wäre es zweifelsohne, wenn wir die Maske weglassen könnten und uns mit dem Thema Corona überhaupt nicht mehr befassen müssten. Solange der Kunde aber bei sämtlichen Erledigungen sowieso die Maske tragen muss, sticht der Schuhhandel ja nicht negativ heraus, indem den Kunden hier Einschränkungen zugemutet werden, die woanders nicht mehr nötig sind“, so der Händler aus Süddeutschland. 

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Petra Steinke / 21.03.2022 - 12:52 Uhr

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