Neun von zehn Online-Händlern in Deutschland wurden bereits mit Betrug oder Betrugsversuchen konfrontiert. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des Bundesverbands E-Commerce und Versandhandel (BEVH) und des Informationsdienstleisters CRIF unter rund 80 Online-Shops. Fast die Hälfte der Befragten berichtet von weiter gestiegenen Betrugsrisiken im Vergleich zum Vorjahr, während nur 15 % einen Rückgang verzeichnen.
Größter Treiber ist der Identitätsbetrug, den drei Viertel der Shops als häufigste Betrugsform nennen. Ebenfalls weit verbreitet sind manipulierte Adressdaten, das Abstreiten von Lieferungen und der sogenannte Eingehungsbetrug, bei dem Waren ohne Zahlungsabsicht geordert werden. Auch Kontoübernahmen („Account Takeover“) sowie vorgetäuschte Retouren mit leeren Paketen oder falschen Artikeln stellen Händler zunehmend vor Probleme.
Die wirtschaftlichen Einbußen sind erheblich: Fast die Hälfte der Händler erleidet jährliche Verluste zwischen 10.000 und 100.000 Euro, bei jedem siebten Unternehmen liegt der Schaden sogar über 100.000 Euro. Knapp ein Drittel meldet zudem Einzelschäden von mehr als 2.500 Euro pro Bestellung. Um sich zu schützen, setzen drei Viertel der Shops bereits auf eine Kombination aus automatisierten Prüfsystemen und manueller Nachverfolgung, müssen sich durch Technologien wie Künstliche Intelligenz jedoch auf immer raffiniertere Methoden der Täter einstellen.