Technisch fungiert der Brand Aggregator als Schnittstelle zwischen Marke, Marktplätzen und den angeschlossenen Warenbeständen. Unterstützt werden grundsätzlich die Marktplätze, die auch Iris One anbindet. Zum Start konzentriert sich Ricosta insbesondere auf Amazon, Otto und Zalando; weitere Plattformen könnten aber in Zukunft hinzukommen. Bestellt ein Verbraucher auf einem Marktplatz einen Ricosta-Schuh über den Markenaccount, läuft der Auftrag zunächst in den Brand Aggregator. Das System prüft die verfügbaren Bestände und verteilt den Auftrag anhand der von Ricosta festgelegten Regeln. Dabei kann auch ein Auftrag mit mehreren Artikeln von unterschiedlichen Händlern bedient werden. Die teilnehmenden Händler übernehmen den Versand direkt an den Endkunden; Retouren gehen entsprechend an den jeweiligen Versender zurück.
Eine zentrale Entscheidung von Ricosta: Die eigenen Bestände sollen bei der Auftragsverteilung nicht bevorzugt werden. Aktuell wird der Zuschlag nach Warenverfügbarkeit erteilt, der Hersteller kommt mit seinem eigenen Lager erst zum Zuge, wenn kein Handelspartner den Auftrag übernehmen kann. Eine feste Quote, nach der sich der Kinderschuhhersteller beispielsweise einen bestimmten Anteil der Bestellungen selbst zusichert, ist nicht vorgesehen. Kai Moewes betont den partnerschaftlichen Ansatz, der in Donaueschingen weiterhin maßgeblich sei: „Ohne Handel sind wir nichts. Er ist nach wie vor unser Rückgrat.“ Das eigene Lager sei deshalb nicht dazu gedacht, den Händlern Aufträge wegzunehmen, sondern dafür, Bestellungen zu bedienen, die über die angeschlossenen Handelspartner nicht erfüllt werden können.