„Das klassische Geschäftsmodell zwischen Handel und Industrie ist nicht mehr wettbewerbsfähig. Es ist zu langsam, zu inflexibel, zu weit weg vom Kunden und zu ertragsschwach.“
Klaus Harnack, Hachmeister + Partner, zeichnete Wege auf, gemeinsam Collaborative Fashion voranzutreiben. am Anfang stehe dabei die ehrliche Analyse der Möglichkeiten, die die jeweiligen Partner haben. „Sie werden mit weniger Kunden mehr Umsatz und mehr Erträge machen müssen“, attestiert der Experte der Experte. Darum sei es unverzichtbar, eng mit der Industrie zusammenzuarbeiten.
„Wir brauchen nicht nur konjunkturellen Aufwind, wir brauchen gute Laune, wir brauchen Budget für die Kunden, damit sie wieder Spaß haben an der Mode und die Sorgen hintenanstehen.“
Mark Rauschen, wieder gewählter BTE-Präsident, machte seinem Unmut über die Regierung Luft. Diese habe viel angekündigt und bislang wenig umgesetzt. „So kann es nicht weitergehen“, so Rauschen. Der Handel brauche aber, so Rauschen, die Rückendeckung der Politik.
„Man muss erst einmal an den Fundamenten arbeiten, um die schöne Fassade hinzubekommen.“
Das sagte Martin Heinzmann, COO des Mindener Modehändlers Hagemeyer mit Blick auf KI. Erst wenn Prozesse stimmen und die nötigen Daten vorhanden sind, könne KI ihre Wirkung voll entfalten.
„Wir haben 18 Nationen im Unternehmen. Ohne Drittstaaten könnten wir nicht expandieren. Wir holen uns Leute aus der ganzen Welt. Das ist aus unserer Sicht alternativlos. Die Babyboomer gehen jetzt in Rente. Das große Personalproblem kommt erst noch.“
Stefan Richter vom Mode- und Gastronomieunternehmen Pier14 aus Mecklenburg-Vorpommern, sprach über Gastfreundschaft, Betriebsklima und die Rolle, die Events spielen können.
„Wir haben Montags geschlossen – das war die beste Idee. Wir müssen den Mut für solche Entscheidungen haben, denn der Kunde kann online sowieso einkaufen. Aber in der Zeit, wo du da bist, musst du liefern. Wir müssen eine DNA haben und für etwas stehen.“
Klaus Michelberger von Männermode Michelberger aus Bad Wurzach schilderte sein Omnichannel-Konzept.
„Kaufen künftig KI-Agenten bei KI-Agenten ein? Ich glaube nicht daran. Wenn ich in einen Laden gehe, werde ich der Verkäuferin auch selber sagen, was ich will.“
Prof. Oliver Janz empfahl den Anwesenden, sich im Zusammenhang mit KI lieber auf andere Themen zu konzentrieren: Prozessanalyse, Workflow Automation und Large Language Model Optimization (LLMO).
„Wir müssen aufpassen, dass wir nicht den Blick auf den Menschen verstellen. Es nützt nichts, wenn wir alles im Background organisiert haben. Wir brauchen die Menschen, die in den Laden kommen.“
Helmut Hagner, Frey Handelsgruppe, Cham, erläuterte, wie das Unternehmen, das Mode- und Einrichtungshäuser zu seinem Portfolio zählt, das Private Shopping ausbaut.
„Haben Sie keine Angst vor der künstlichen Intelligenz, aber vor der natürlichen Dummheit.“
Karl-Heinz Land, Neuland AI, Köln, plädierte dafür, KI nicht zu verteufeln, sondern sich mit ihr zu beschäftigen. Er sieht eine KI-Revolution in den kommenden Jahren, die vergleichbar mit der industriellen Revolution ist.