Ab dem 27. September 2026 verschärft die EU mit der Empowering Consumers Directive (EmpCo) die Regeln für Umwelt- und Marketingaussagen gegenüber Verbraucherinnen und Verbrauchern. Ziel der Richtlinie ist es, Greenwashing konsequent zu unterbinden. Pauschale Begriffe wie „nachhaltig“, „umweltfreundlich“ oder „grün“ sind künftig nur noch erlaubt, wenn sie durch eine anerkannte herausragende Umweltleistung belegt werden können. Auch eigene Nachhaltigkeitssiegel ohne unabhängige Zertifizierung sowie Klimaneutralitätsaussagen zu Produkten werden strikt untersagt.
Für den Textil-, Schuh- und Lederwarenhandel bedeutet dies, dass die gesamte Kommunikation im Online- und Stationärgeschäft kritisch überprüft werden muss. „Die EmpCo-Richtlinie trifft den Handel in einer ohnehin herausfordernden Phase. Besonders problematisch ist, dass keine Abverkaufs- oder Übergangsfristen vorgesehen sind. Dadurch entstehen erhebliche rechtliche Unsicherheiten und praktische Herausforderungen für Händlerinnen und Händler“, betont Marika Hanschke, Referentin für Kreislaufwirtschaft beim BTE Handelsverband Textil Schuhe Lederwaren.
Um die Unternehmen bei der fristgerechten Umsetzung zu unterstützen, stellt der BTE der Branche ab sofort eine praxisnahe Handreichung bereit. Diese erläutert die wesentlichen rechtlichen Vorgaben und zeigt konkreten Handlungsbedarf auf.
„Die Handreichung informiert darüber, welche Nachhaltigkeitsaussagen künftig zulässig sind, welche etablierten Nachhaltigkeitssiegel weiterhin verwendet werden dürfen und wo die neuen rechtlichen Grenzen verlaufen. Zudem enthält sie Informationen zu neuen Pflichten bei Gewährleistung und Garantien, etwa zum EU-weiten GARAN-Label“, erklärt Hanschke. Damit erhalte der Handel einen wichtigen Leitfaden, um rechtliche Risiken frühzeitig zu vermeiden.
Die BTE-Handreichung zur EmpCo-Richtlinie kann ab sofort per E-Mail unter hanschke@bte.de angefordert werden. Der BTE kündigte an, die Branche weiterhin über alle relevanten Entwicklungen zu informieren und die Interessen des Handels im politischen Dialog zu vertreten.