„Wir sind zufrieden damit, wie sich das zweite Quartal entwickelt hat“, beginnt Bjørn Gulden, Vorstandsvorsitzender von Adidas. „Das Kerngeschäft von Adidas war leicht besser als wir erwartet hatten.“ Dies beinhaltet auch den währungsbereinigten Umsatz. Im Vergleich zum Vorjahr bleibt der Umsatz für das zweite Quartal 2023 unverändert. Mit Schuhen konnten die Umsätze im zweiten Quartal sogar um 1% gestiegen werden. Im Bekleidungsmarkt, der weiterhin mit hohen Überbeständen belastet ist, gingen die Umsätze um 3% zurück. In Zahlen ausgedrückt ging der Umsatz des Unternehmens im zweiten Quartal um 5% auf 5,34 Mrd. Euro zurück.
Gute Ergebnisse mit Yeezy-Schuhen
Dagegen konnten vor allem die Yeezy-Verkäufe im Juni für unerwartete Ergebnisse sorgen: die erste Ladung ging mit einem Gesamtumsatz von 400 Mio. Euro vom Markt. Dies entspricht in etwa dem Wert des Vorquartals. Für die nahe Zukunft bereite man sich bereits auf die zweite, größere Ladung vor. Diese beinhalte jedoch auch Produkte in niedrigeren Preisbereichen, sodass die Ergebnisse dort anders ausfallen könnten. Nach dem Verkauf weitere Yeezy-Schuhe zu produzieren, steht nicht auf dem Plan des Sportartikelherstellers.
„Wir werden weiterhin vorsichtig mehr unserer Yeezy Bestände abverkaufen“, so Gulden weiter. „Das ist wesentlich besser, als den Bestand zu vernichten und abzuschreiben und gibt uns die Möglichkeit, an Organisationen wie die Anti-Defamation League, das Philonise & Keeta Floyd Institute for Social Change und Robert Krafts Foundation to Combat Antisemitism zu spenden. Und natürlich hilft das auch unserem Cashflow sowie unserer allgemeinen Finanzkraft.“
Starkes D2C-Geschäft
Vor allem in Lateinamerika und China gingen die währungsbereinigten Umsätze im Großhandel um 10% zurück, obwohl es hier zu teilweise zweistelligen Zuwächsen kommt. Dies sei vor allem dem starken D2C-Geschäft zuzuschreiben. So stiegen dort die Umsätze um ganze 16%. Das Wachstum teilt das Unternehmen auf die beiden Bereiche E-Commerce (14%) und den eigenen Einzelhandel (16%) auf.
Im zweiten Quartal konnte Adidas die Bruttomarge von 50,3% im Jahr 2022 auf 50,9% und damit um 0,6% erhöhen. Das Unternehmen sieht sich dabei in den Preiserhöhungen der Marke sowie einem „vorteilhafteren Vertriebskanalmix“ bestätigt. Höhere Kosten in der Beschaffungskette und ungünstige Währungsentwicklungen beeinträchtigen die Entwicklung der Bruttomarge weiterhin.
Höheres Betriebsergebnis als erwartet
Das Betriebsergebnis lief sich im zweiten Quartal auf 176 Mio. Euro. Die starke Differenz zum Vorjahreswert (392 Mio. Euro) erklärt das Unternehmen mit den Einmalkosten, die im Zusammenhang mit der strategischen Prüfung sowie den Spenden und Rückstellungen für zukünftige Spenden entstanden sind. Dagegen konnten sich die Yeezy-Verkäufe mit 150 Mio. Euro positiv auf das Betriebsergebnis auswirken. Die operative Marge lag im zweiten Quartal bei 3,3%, verglichen mit 7,0% im Jahr 2022. „Das Betriebsergebnis in Höhe von 176 Mio. € war wesentlich höher als unsere ursprüngliche Prognose“, führt Gulden weiter aus. „Der Verkauf eines ersten Teils des Yeezy Bestands hat unseren Umsatz und Gewinn im Quartal natürlich unterstützt.“
Nach Steuern belief sich der Gewinn aus fortgeführten Geschäftsbereichen des Unternehmens auf 96 Mio. Euro. Das unverwässerte Ergebnis je Aktie aus fortgeführten Geschäftsbereichen ging von 1,88 Euro im Jahr 2022 auf 0,48 Euro im zweiten Quartal 2023 zurück.