Die jüngste Analyse von Allianz Trade beleuchtet die Folgen des anhaltenden Handelsstreits für den US-Markt – mit Auswirkungen auch auf die Schuhbranche. Während US-Unternehmen die Zollkosten nur in 23 % der Fälle selbst tragen, wälzen sie die Belastungen in der überwiegenden Mehrheit (77 %) demnach auf ausländische Exporteure und Verbraucher ab.
Besonders deutlich wird das bei Konsumgütern wie Schuhen, Bekleidung, Schmuck und Möbeln. „Nach unseren Schätzungen dürften Verbraucher insbesondere für Waren wie Möbel 3,6 % und für Autos, Bekleidung, Schmuck und Schuhe 1,2 % bis 2,3 % mehr bezahlen als aufgrund der Importkosten zu erwarten war“, erklärt Ano Kuhanathan, Head of Corporate Research bei Allianz Trade.
Gerade US-Großhändler geben gestiegene Einkaufspreise unverändert weiter. Laut Allianz Trade stiegen deren operative Margen im zweiten Quartal 2025 auf 3,7 % – ein deutliches Plus gegenüber 1,8 % im Vorquartal. Einzelhändler mit stärker preissensibler Kundschaft – etwa Discounter – konnten diese Entwicklung hingegen kaum nachvollziehen.
Die Folge: eine zunehmende Preisbelastung auf Verbraucher – und ein gebremstes Wachstum im US-Einzelhandel. Für 2026 erwartet Allianz Trade ein Umsatzplus von unter 2 % bei einem realen Volumenwachstum von lediglich 1 bis 3 %.
Die Preisentwicklung ist dabei alles andere als linear: Während etwa Arzneimittel und Süßwaren wegen hoher Wettbewerbsintensität und fehlender Preissetzungsmacht der Anbieter teils günstiger als erwartet blieben, zeigen sich bei Konsumgütern mit starker Markenbindung wie Schuhen oder Schmuck deutliche Aufschläge.
Für europäische Schuhhersteller mit US-Geschäft hat das direkte Auswirkungen: Neben der schwächeren Kaufkraft auf Verbraucherseite sehen sie sich mit der Erwartung konfrontiert, einen Teil der Zollkosten selbst zu absorbieren – oder Marktanteile zu riskieren.
Die vollständige Analyse von Allianz Trade zum Thema steht hier zum Download bereit.