Eine solch ambitionierte Zielsetzung sei typisch für Amazon, so ein Brancheninsider gegenüber schuhkurier. Das Motto in der Deutschland-Zentrale des US-Konzern laute ’Think Big‘. Zudem habe Amazon den Umsatz mit Schuhen in der Vergangenheit regelmäßig um 400% pro Jahr gesteigert. Aktuell werde ein hoher dreistelliger Millionen-Umsatz mit Schuhen erzielt. „Bis zur Milliarde fehlt nicht mehr viel“, so der Insider. Der Anteil, der von Marktplatz-Händlern erzielt werde, liege bei rund 40%.
Teil der Amazon-Strategie ist ein aggressives Marketing. So hat die pauschale 20%-Aktion im März auf aktuelle Frühjahr/Sommer-Ware Spuren im Markt hinterlassen. „Amazon will 30% vom Markt – und die werden sie sich über weitere Aktionen holen“, so ein Handelsexperte. Es sei dringend notwendig, dass jeder Branchenakteur für sich eine Strategie gegen das Amazon-Wachstum entwickle. Sowohl Handel als auch die Industrie seien gefordert. Bereits vor einigen Wochen warnte Prof. Gerrit Heinemann von der Hochschule am Niederrhein, dass „das Online-Geschäft von anderen gemacht wird, wenn der Handel nicht aufwacht“. Amazon sei eine „Feuerwalze“, die den stationären Handel in seiner Existenz bedrohe.
Laut Geschäftsbericht ist der Amazon-Umsatz 2014 in Deutschland auf 11,9 Mrd. Dollar gestiegen. Das sind 1,5 Mrd. Dollar mehr als im Jahr zuvor. Insgesamt erzielte der Konzern 38% des Umsatzes auf den internationalen Märkten. Deutschland ist vor Großbritannien und Japan der wichtigste Auslandsmarkt für Amazon.