Dunkelheit, Kälte und Nieselregen – der November genießt allgemein einen schlechten Ruf. Psychologen kennen sogar die ’Seasonal Affective Disorder‘, die für Antriebslosigkeit und Stimmungstief sorgt und im November besonders häufig auftritt. Bonjour tristesse. Wer dennoch am Monatsanfang glückliche Menschen sehen wollte, musste nach Düsseldorf kommen. Hier wurde die Damenschuhabteilung von Galeria Kaufhof an der Kö feierlich eröffnet. Für das Schuheinkaufsteam des Warenhaus-Unternehmens war das Opening ein echter Feiertag. Endlich rückt ’ihr‘ Produkt aus der Peripherie, wo es bislang eher lieblos als Anhängsel der Damenmode präsentiert wurde, in den Mittelpunkt. Leuchtende Augen und strahlende Gesichter bei den Verantwortlichen zeugten von dieser Freude. Von November-Depression keine Spur.
Mit dem Umbau in Düsseldorf hat Kaufhof ein Zeichen gesetzt. Das Unternehmen will mit Mode – und speziell mit Schuhen – wachsen. So wurde in Düsseldorf erstmals das so genannte ’Dream Concept‘ umgesetzt. Dieser Plan, der aus Kaufhof wieder eine führenden Fashion-Anbieter machen soll, wurde nach der Übernahme durch die Hudson’s Bay Company (HBC) im vergangenen Jahr entwickelt. Mehr als 30 Mio. Euro inves-tieren die Kanadier allein in Düsseldorf. Das ist eine Ansage. Und angesichts der allgemeinen Umsatzentwicklung im sta-tionären Modehandel durchaus mutig. Entsprechend mussten an der Kö Pfannen, Töpfe und Feinkost der neuen Abteilung weichen. Verkaufsfläche und Personalbestand wurden jeweils vervierfacht. Statt trister Kartonpräsentation setzt Kaufhof in den großen Häusern künftig auf Modellvorwahl. Das Ambiente ist weitläufig und zeitgemäß. Viel Glas, elegante Möbel, helle Böden bilden den Rahmen für ein Einkaufserlebnis, das in Düsseldorf einzigartig ist – so lautet zumindest der Anspruch der Verantwortlichen. „Wir wollen in Düsseldorf die erste Anlaufstelle für Schuhe werden“, sagte der Filialleiter. Dieses Ziel ist angesichts der hochkarätigen Konkurrenz in der Landeshauptstadt ambitioniert. Auch Breuninger ist vor drei Jahren mit einem ähnlichen Ziel am Rhein angetreten. Bislang ohne durchschlagenden Erfolg. Und auch wenn bei Kaufhof nun die erste Schritt erfolgt ist, ist es bis zur modischen Kompetenz vom Platzhirsch Prange noch ein weiter Weg.
Der Umbau an der Kö war nur der Anfang, weitere Standorte werden in Kürze folgen, und damit auch weitere neue, große Schuhflächen. Spätestens Mitte des kommenden Jahres wird Düsseldorf dann wieder in den Fokus rücken: Im Sommer soll hier im Carsch-Haus die erste Filiale des Outlet-Konzepts Saks Off Fifth seine Türen öffnen. Langfristig soll es an 40 Standorten in Deutschland realisiert werden. Branchenexperten sehen diesem Termin daher mit großen Unbehagen entgegen. In Ergänzung von TK Maxx könnten sich die deutschen Innenstädte zu ’Outlet-Centern‘ entwickeln, so lautet ihre Befürchtung. Mit HBC, Saks und Kaufhof ist zu rechnen.