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Aufbruch, Neustart, frischer Wind. Zu jedem Jahreswechsel gehört auch die Hoffnung auf Veränderung. Der Wunsch, dass in den kommenden Monaten alles besser wird, ist zutiefst menschlich. Der zuversichtliche Blick nach vorne spendet Mut. Ohne Optimismus geht es nicht. Ohne Tatkraft allerdings auch nicht. Vom Wünschen und Hoffen allein ändert sich nämlich gar nichts. Mit Blick auf die Schuhbranche könnte das Motto des Jahres 2017 daher lauten: Anpacken!
An Arbeit dürfte es dabei in den kommenden Monaten kaum mangeln. Im Gegenteil. Es wird ein hartes Jahr, das nicht ohne schmerzhafte Entscheidungen auskommen wird. Für zahlreiche Unternehmen dürfte 2017 sogar zum Jahr der Wahrheit werden. Auch auf Branchenebene bleiben zahlreiche Baustellen bestehen, die uns in den kommenden Monaten weiterhin beschäftigen werden. Wie stark wird Online noch wachsen? Geht die Frequenz in den Innenstädten weiter zurück? Wie kann es gelingen, wieder mehr Menschen in die Geschäfte zu locken? Klar ist: An Herausforderungen wird es 2017 nicht mangeln. Die digitale Transformation, die Konkurrenz durch den Onlinehandel und nicht zuletzt die Marktmacht der großen Sneakerbrands haben nichts von ihrer Relevanz eingebüßt und werden die Akteure weiterhin intensiv beschäftigen.
Die große Unbekannte bleibt das Wetter. Passt es endlich mal wieder zu den Vorstellungen des Handels? Die Hoffnung auf Frühling im März und den ersten Schnee im Oktober ist jedoch ein Vabanquespiel mit hohem Einsatz. Entschärft werden könnte dieses nur durch mehr Flexibilität in der Warenversorgung und einer kritischen Überprüfung von Vor- und Nachorder. Mehr frische Themen im Saisonverlauf – das wäre ein hoffnungsvoller Anfang. Vor diesem Hintergrund ist es besonders bedauerlich, wenn Ara-Vorstand Stefan Frank einen „teilweisen Vertrauensverlust“ im Verhältnis von Industrie und Handel feststellt. „Die Zusammenarbeit und die gemeinsamen Möglichkeiten werden oftmals von beiden Seiten nicht optimal genutzt“, sagt Frank weiter. Kann sich die Branche so mittelfristig nach vorne entwickeln? Wohl kaum.
Eine weitere Aufgabe für 2017 ist es, den Blick wieder stärker zu weiten. Im vergangenen Jahr wurde viel Nabelschau betrieben. Die Branche war stark mit sich selbst beschäftigt. Selten wurde so wenig über Schuhe gesprochen wie 2016. Angesichts der Diskussionen über die Zukunft der Messen, Click & Collect oder die elektronische Regalverlängerung rückte in den Hintergrund, was eigentlich höchste Aufmerksamkeit verdient hat: die Ware. Trends kommen und gehen schneller als in der Vergangenheit – auch dies eine Folge der Digitalisierung. Die Auseinandersetzung mit Modellen, Farben und Formen sollte daher nicht aus dem Blick geraten.
Viele Aufgaben, viele Herausforderungen – es gab schon angenehmere Zeiten, um mit Schuhen zu handeln. Doch der Blick zurück führt nicht weiter. Anpacken ist alternativlos.