Das Zentralregulierungsvolumen der ANWR Schuh reduzierte sich im ersten Halbjahr 2016 um -2,4% auf 454,4 Mio. Euro (Vorjahr: 465,7 Mio. Euro). Die ANWR-Fachhändler selbst mussten sich ebenfalls mit einem Minus zufriedengeben: Die Umsätze der Unternehmen sanken um -2,4%, die Fachgeschäfte lagen um -3,3% im Minus. Im Textilbereich lag das Minus bei -1,0%.
„Das Jahr bleibt anspruchsvoll“, ist Michael Decker überzeugt. Inzwischen liege der achte Monat in Folge im Minus, wobei für die Entwicklung weniger das Wetter als vielmehr der allgemeine Strukturwandel verantwortlich seien. Durchaus gebe es Unternehmen, die auch angesichts der anspruchsvollen Situation „klar im Plus“ seien, so Decker. Den Anschlusshäusern, denen dies nicht gelungen sei, wolle man mit intensiver Beratung zur Seite stehen.
Ein Element soll dabei das neue Zukunftsforum sein, das am 29. November erstmals in Mainhausen stattfinden wird. Dort sollen laut Fritz Terbuyken rund 20 Dienstleistungen der Verbundgruppe im Bereich Digitalisierung vorgestellt und ’live‘ erlebbar sein. Auch das Thema RFID soll breiten Raum einnehmen. Getestet wird es derzeit in einer Filiale des Unternehmens Mücke sowie bei einem weiteren ANWR-Mitgliedsunternehmen.
TV und Facebook-Kampagnen
Neue Wege will die Verbundgruppe bei Kampagnen mit der Industrie gehen. So wurde mit Ecco – schuhkurier berichtete – erstmals eine Facebook-Kampagne aufgesetzt, die noch besser die Zielgruppe erreichen soll. Man könne, so Fritz Terbuyken, ober das soziale Netzwerk deutlich mehr Reichweite erzielen und die Resonanz auch besser monitoren. Daher soll das Konzept in Zukunft ausgebaut werden.
In der Saison F/S 2017 sind zudem TV-Kampagnen mit Marco Tozzi und Skechers Sport geplant. Von den zehn Marco Tozzi-Modellen, die mit der Aktion beworben werden, seien fünf ANWR-exklusiv, so Fritz Terbuyken. Überhaupt sei das Thema ’wettbewerbsneutrale Schuhe‘ von zunehmender Bedeutung für den Handel und soll seitens ANWR auch weiter Unterstützung finden.
Exklusive Kooperation mit Rockport
Vor diesem Hintergrund ist die ANWR eine Partnerschaft mit dem US-Fabrikat Rockport eingegangen. Die Verbundgruppe fungiert im Zuge dessen als exklusiver Distributeur zunächst für den deutschen Markt. 50 Damen- und Herrenmodelle sind über die Kooperation für die ANWR-Händler erhältlich. Die Kollektion soll gemeinsam mit Rockport entwickelt werden und zu attraktiven Konditionen bei geringen Mindestbestellmengen angeboten werden.
„Messekonzept greift“
An ihrem Messekonzept will die ANWR weiter festhalten. Jeweils im Februar und August soll die First Order Themen wie Outdoor, Komfort und Basic präsentieren. Die Fashion Days sollen jeweils im März und September bereinigte Kollektionen, aktuelle Trends und Sofortware zeigen. Parallel soll die Scala als Marktplatz für Premiumfachhändler fungieren. Mit 150 Marken auf den Fashion Days und weiteren 50 im Rahmen der Scala sei man bereits jetzt ausgebucht, so Fritz Terbuyken.
Als weiter wachsend sieht man in Mainhausen die neue Messe Now! an, die abgerundete Kollektionen möglichst nah an der Verkaufssaison sowie In-Season Ware und NOS-Artikel anbieten soll. Nach aktuellem Stand seien 60 Aussteller am Start. Die Messe findet am 13. Oktober statt und wird im nächsten Jahr wiederum Mitte April bzw. Mitte Oktober ihre Pforten öffnen. Man sei überzeugt, dass das entwickelte Messekonzept ’greift‘, so Firtz Terbuyken.