Reger Betrieb schon morgens um 8 Uhr; eine Stunde später war der Parkplatz vor dem O1 praktisch voll. Zahlreiche Mitgliedsunternehmen nutzten die Gunst der frühen Stunde, um sich über die neuen Kollektionen zu informieren und Orders zu tätigen. Präsentiert werden die Schuhe für F/S 2016 in den sechs Messehallen sowie auf einer Eventfläche im Ordercenter O1, die aktuell noch zur Verfügung steht. 30 Unternehmen konnten laut ANWR nicht untergebracht werden und stehen auf einer Warteliste.
Angesichts der insgesamt schwierigen Marktsituation sieht ANWR-Warenvorstand Fritz Terbuyken den Schuhhandel vor zahlreichen Herausforderungen. Eine ist die Order: „Dies wird die anspruchsvollste Einkaufssaison seit langem“, so Terbuyken. Aus einem sehr großen Angebot, das allerdings viele Uniformitäten aufweist, müssen die Händler mit besonderem Fingerspitzengefühl die richtigen Themen und Marken herausfiltern, in der modischen Gewichtung die richtigen Akzente setzen – und zugleich auf ihr Limit achten, das möglichst nicht zu früh vergeben werden sollte.
Die Möglichkeiten, auf der ANWR First Order intensiv in diesem Sinne zu handeln, wertet der Handel unterdessen positiv: „Hier ist konzentriertes Arbeiten auf kleiner Fläche und mit allen wichtigen Anbietern möglich“, fasst Jochen Schneider, Schuhhändler aus Tübingen, zusammen.
TV-Kampagnen finden Zuspruch
Als Erfolg wertet die ANWR ihre TV-Kampagnen, deren Fortsetzung für F/S 2016 bereits in Planung ist. Nach zehn Aktionen im Jahr 2015 folgen weitere zehn im kommenden Jahr; davon allein sieben im ersten Halbjahr 2016. Teilnehmen werden die Marken Kangaroos, Skechers Sport, Skechers Go Flex, Lugina/Waldläufer, Bullboxer, Bobs und Flip Flop. Der partizipierende Handel kann die TV-Kampagnen für sich nutzen, indem er die entsprechenden Schuh-Pakete ordert und, ergänzt um umfangreiches POS-Material, im Kampagnenzeitraum präsentiert. Es gelinge mit den TV-Spots, das Schuhbewusstsein weiter zu steigern, ist ANWR-Warenvorstand Fritz Terbuyken überzeugt. „Die TV-Mandate entwickeln sich gut“, so der Schuhfachmann. Im Schnitt nehmen laut Terbuyken 1.000 POS an den Aktionen teil.
Umsatzentwicklung leicht negativ
Das ANWR Zentralregulierungsvolumen erreichte im ersten Halbjahr 2015 465,7 Mio. Euro und lag damit um 4,9% über dem Vorjahreszeitraum (443,8 Mio. Euro). Dieses Plus werde sich allerdings in den nächsten Wochen auflösen, erklärte Michael Decker, Geschäftsführer der ANWR Schuh GmbH. Erwartet werde ein Pari am Jahresende, möglicherweise auch ein leichtes Minus.
Die Umsatzentwicklung der ANWR-Häuser verlief im ersten Halbjahr negativ; die Unternehmen insgesamt lagen bei -1,9%, die Fachgeschäfte bei -1,4% im Vergleich zum Vorjahr. Gerade in den letzten Wochen sei es gelungen, die Sommerware gut abzuverkaufen. „Damit sind wir sehr zufrieden“, so Decker. Nun gelte es, „kräftig, aber im richtigen Maße“ zu ordern.
Die ANWR Schuh GmbH verzeichnet neun neue Mitglieder, die, so Michael Decker, in den zurückliegenden Monaten gewechselt seien.
Premiere für neues Messekonzept
Die aktuelle First Order markiert den Startschuss in die Orderrunde, in der die ANWR erstmals ein erweitertes Messekonzept präsentiert. Nach der GDS als Informationsmesse dient die First Order als Einkaufsplattform. Es folgen die Fashion Days (08./09.09.2015) mit bereinigten Kollektionen und aktuellen Trends sowie Sofortware; parallel die Scala als Marktplatz für Premium-Fabrikate. Abgerundet wird der Messereigen durch die neue Messe Now! (13.10.2015), die nochmals abgerundete Kollektionen, In-Season-Ware und NOS-Angebote nah an der Verkaufssaison zeigt.