Im Rahmen einer Diskussionsrunde schilderten im Anschluss an die Fashion Show Branchenkenner aus den Kreisen der ANWR ihre Einschätzung der Märkte Deutschland und Frankreich.
Francois Palombi, Geschäftsführer der ANWR Garant France, sieht vor allem den deutlich höheren Konzentrationsgrad in Frankreich als wesentlichen Unterschied zum deutschen Schuhhandel. Die geschäftliche Lage der unabhängigen Schuhhäuser habe sich zwar stabilisiert, jedoch machten diese nicht einmal 20% des Gesamtmarktes aus. ANWR-Warenvorstand Fritz Terbuyken hob hervor, dass in Deutschland gerade die Familienunternehmen den Markt prägen: „Sie sind meist seit Generationen engagiert, denken sehr langfristig – und sie lassen sich nicht unterkriegen.“ Zudem sei ein wesentliches Merkmal, dass diese Händler vor allem lokal agieren.
Für die ANWR Group ist Frankreich derzeit der am schnellsten wachsende Markt. Für Ende 2014 wird das Überschreiten der Milliardengrenze beim Umsatz erwartet.
Robert Natter, ANWR Garant International, stellte heraus, dass Frankreich nicht per se mit Paris gleichzusetzen sei. „La Capitale“ sei in vielerlei Hinsicht herausragend. Geschmack und Modegrad seien im übrigen Frankreich vielfach völlig anders ausgeprägt. Der Händler Claude Steinmetz, der sowohl in Frankreich, als auch in Deutschland aktiv ist, sieht in Deutschland vor allem einen stärker ausgeprägten Anspruch in Sachen bequemer Schuhmode. Die Modeexpertin Barbara Markert, die unter anderem den Blog Modepilot unterhält, hob hervor, dass in Frankreich gerade auch der Bekleidungshandel zu einem wichtigen Schuhanbieter geworden sei.