„Mit dem Verkauf hat Netrada nur knapp drei Monate nach der Insolvenzanmeldung wieder eine langfristige Perspektive“, sagte Rainer Eckert. „Besonders freut mich, dass dadurch fast sämtliche Arbeitsplätze gerettet werden konnten.“ Eckert hatte in den vergangenen Wochen intensiv mit dem Erwerber verhandelt. Vor wenigen Tagen hatte Arvato schließlich ein Angebot abgegeben, das der Insolvenzverwalter nun angenommen hat. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Der Gläubigerausschuss hat der Übernahme bereits zugestimmt, die Zustimmung der Kartellbehörden soll zeitnah eingeholt werden.
Die Arvato AG ist auf Outsourcing von Dienstleistungsprozessen spezialisiert und will mit dem Erwerb von Netrada ihre E-Commerce-Sparte stärken. „Arvato ist ein finanzstarkter Investor mit exzellentem Branchen-Know-how, der insbesondere auch die Netrada-Kunden auf seiner Seite hat und von den Vermietern akzeptiert wird“, betonte Eckert. „Das sind beste Voraussetzungen, um Netrada langfristig weiterzuentwickeln.“
Netrada hatte am 11. Oktober Insolvenz angemeldet. „Entscheidend für den Erfolg war, dass wir so schnell wie möglich den aussichtsreichsten Kandidaten identifiziert haben, mit dem wir dann sehr zügig in die Verhandlungen gegangen sind“, so der Insolvenzverwalter. „Da die Verhandlungen mit einer Vielzahl von Kunden und Vermietern sehr aufwändig waren, hätte ein zeitraubender Bieter-Wettbewerb den Sanierungserfolg massiv gefährdet.“
Unterdessen hat das Amtsgericht Hannover am 1. Januar das Insolvenzverfahren eröffnet und Eckert zum Insolvenzverwalter bestellt. Die Betriebsübergabe an den neuen Eigentümer soll in den nächsten Wochen erfolgen. Als Full-Service-Dienstleister betreibt Netrada über 80 Online-Shops u.a. von Tamaris und Görtz und organisiert weltweit den Versand und Auslieferung der Ware.