Die QVC Group hat in den USA ein Insolvenzverfahren beantragt, um ihre finanzielle Situation neu zu ordnen. Ziel sei es, die Verbindlichkeiten deutlich zu senken: Diese sollen von aktuell rund 6,6 Mrd. US-Dollar auf etwa 1,3 Mrd. US-Dollar reduziert werden. Zum Unternehmen gehören neben QVC auch der Sender Home Shopping Network (HSN). Hintergrund der Entwicklung ist offenbar or allem der strukturelle Wandel im Konsumverhalten. Klassisches Teleshopping verliert zunehmend an Bedeutung, während digitale Vertriebskanäle und E-Commerce weiter wachsen. Viele Anbieter der Branche kämpfen damit, ihre Geschäftsmodelle entsprechend anzupassen.
Nach Angaben des Unternehmens sind internationale Tochtergesellschaften nicht Teil des Insolvenzverfahrens. Der Geschäftsbetrieb außerhalb der USA – unter anderem in Deutschland, Großbritannien, Japan und Italien – soll unverändert fortgeführt werden. Auch Zahlungen an Lieferanten sollen weiterhin wie gewohnt erfolgen.
Das deutsche Unternehmen QVC gehört zur QVC Handel S.à.r.l. & Co. KG, die als eigenständige Firma agiert. Auf schuhkurier-Nachfrage heißt es von QVC Deutschland, die Insolvenz habe „keinerlei Auswirkungen auf das deutsche Unternehmen, das wie gewohnt operiert und seine Kundinnen und Kunden weiterhin tagtäglich bedient“. QVC Deutschland sei nicht in das gerichtlich überwachte finanzielle Restrukturierungsverfahren in den USA einbezogen. „QVC Deutschland ist ein profitables, eigenständiges Unternehmen und verfügt darüber hinaus über eine starke Bilanz, eigene Liquiditätsquellen und wird auch weiterhin allen Verpflichtungen gegenüber Kundinnen und Kunden, Lieferanten, Mitarbeitenden und anderen Stakeholdern nachkommen. Wir fokussieren uns weiterhin darauf, unseren Kundinnen und Kunden die ansprechendsten und einzigartigsten Einkaufserlebnisse zu bieten, die sie von uns erwarten.“
Für den US-Markt betont das Unternehmen ebenfalls Stabilität im operativen Geschäft. Die Liquidität sei ausreichend, um den Betrieb aufrechtzuerhalten und Verpflichtungen zu erfüllen. Auch die Belegschaft soll weiterhin bezahlt werden, Kündigungen seien derzeit nicht geplant.
Die Unternehmensführung sieht das Verfahren als Teil einer strategischen Neuausrichtung. Künftig will die QVC Group ihre Aktivitäten im Bereich Live-Social-Shopping ausbauen. Dazu zählen Verkaufsformate über Streaming-Plattformen sowie soziale Netzwerke wie Tiktok.
QVC wurde 1986 gegründet und entwickelte sich zu einem der bekanntesten Anbieter im Teleshopping. Mit der Zusammenführung von QVC und HSN im Jahr 2017 reagierte das Unternehmen bereits auf zunehmenden Wettbewerbsdruck – eine Entwicklung, die sich seither weiter verschärft hat.