Die vollständigen Jahreszahlen will Asos am 5. November 2026 vorlegen.
Beim Gross Merchandise Value (GMV), also dem Wert der über die Plattform verkauften Waren nach Retouren und ohne Umsatzsteuer, verbesserte sich die Entwicklung im Jahresverlauf. Die Wachstumsrate legte nach Unternehmensangaben in jedem Quartal zu. Im vierten Quartal erreichte Asos schließlich wieder ein Wachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Über das gesamte Geschäftsjahr betrachtet lag das GMV allerdings noch 5 % unter dem Vorjahr.
Auch regional zeigte sich eine schrittweise Verbesserung. Asos im zweiten Halbjahr wieder positives GMV-Wachstum. In den USA gelang die Rückkehr zum Wachstum im vierten Quartal. Nach Angaben des Unternehmens verbesserten sich die Wachstumsraten im zweiten Halbjahr in sämtlichen Regionen gegenüber der ersten Jahreshälfte.
Einen Schwerpunkt legt das Unternehmen weiterhin auf Womenswear. Das GMV dieser Kategorie stieg im Gesamtjahr um 3 % und im zweiten Halbjahr um 8 %. Dazu trugen laut Unternehmen sowohl Partnermarken als auch eigene Marken wie Topshop bei.
Parallel verändert Asos sein Sortiment. Im Geschäftsjahr kamen netto rund 30 neue Partnermarken hinzu. Gleichzeitig wächst die Bedeutung flexibler Fulfilment-Modelle, bei denen Ware nicht zwingend über die eigenen Lager von Asos abgewickelt wird. Der Anteil solcher Modelle erreichte 21 % des GMV mit Partnermarken und lag damit mehr als zehn Prozentpunkte über dem Vorjahresniveau.
Auch das Schuh- und Accessoiregeschäft wird ausgebaut. Ende August nahm Asos unter anderem die Schuhmarken Tony Bianco und Vagabond neu ins Sortiment auf. Für Topshop hatte Asos zuvor von einer positiven Entwicklung im Schuhgeschäft im Herbst/Winter 2025 berichtet.
Besonders deutlich fällt die Entwicklung bei der Profitabilität aus: Asos erwartet für das abgelaufene Geschäftsjahr eine bereinigte Bruttomarge von mehr als 50 %. Damit liegt sie über der bisherigen Prognosespanne von 48 bis 50 %. Als Gründe nennt das Unternehmen unter anderem eine verbesserte Beschaffung, einen höheren Anteil regulär verkaufter Ware und die Ausweitung flexibler Fulfilment-Modelle.
Das bereinigte EBITDA erhöhte sich nach vorläufigen Angaben um mehr als 25 % gegenüber dem Vorjahr. Asos erwartet einen Wert oberhalb der Mitte der bislang genannten Spanne von 150 bis 180 Mio. Pfund.
Zum Geschäftsjahresende verfügte Asos über 16,4 Mio. aktive Kunden. Zum Ende des ersten Halbjahres waren es 16,5 Mio. Zur Entwicklung beitragen soll auch die Überarbeitung des digitalen Einkaufserlebnisses. Asos hat nach eigenen Angaben im Geschäftsjahr mehr als 100 Änderungen an seiner App eingeführt.
Die Nettoverschuldung belief sich zum 30. August auf rund 110 Mio. Pfund. Ein Jahr zuvor waren es noch 184,7 Mio. Pfund.