Wie BDSE-Präsidentin Brigitte Wischnewski während der gemeinsamen Pressekonferenz von Gallery Shoes, BDSE und dem Industrieverband HDS/L ausführte, war 2018 ein schwieriges Geschäftsjahr für den Schuheinzelhandel in Deutschland. Über alle Vertriebswege und Betriebsformen hinweg gaben die Umsätze gemäß vorläufigen Berechnungen des BDSE um durchschnittlich 3% nach. Das Marktvolumen erreichte in 2018 insgesamt rund 11,5 Mrd. Euro. Die verschiedenen Vertriebswege zeigten sehr unterschiedliche Entwicklungen.
So musste der stationäre Schuheinzelhandel ein Umsatzminus von etwa 4% hinnehmen. Laut dem Verband schlossen 73% der Schuhgeschäfte das vergangene Jahr mit einem Minus ab. Nur 20% konnten ihre Umsätze in 2018 steigern.
Der Jahresverlauf offenbarte wiederum die Wetterabhängigkeit der Branche. Im ersten Halbjahr litt der Schuhhandel an einem schwachen Geschäft mit Übergangsschuhen, da der April bereits sommerliche Temperaturen brachte. Dies habe zwar, so Brigitte Wischnewski, den Verkauf leichter Schuhe belebt, jedoch blieb die Übergangsware weiterhin in den Regalen liegen. Im zweiten Halbjahr lief die H/W-Saison sehr spät an. Die Kundenfrequenzen passten sich der Wetterlage an. Die Besucherzahlen gingen demzufolge in den meisten Schuhgeschäften zurück. Fast 80% der vom BDSE befragten Schuhgeschäfte meldeten rückläufige Kundenfrequenzen.
Der Onlinevertrieb von Schuhen ist demgegenüber von einem – wenn auch moderaten – Wachstum gekennzeichnet. Der Versand- und Internethandel mit Schuhen dürfte laut BDSE im vergangenen Jahr ein Umsatzplus von 4 bis 5% erzielt haben. Damit habe sich, so Brigitte Wischnewski, das in früheren Jahren gut zweistellige Wachstum des Onlinehandels von Schuhen zwar erheblich abgeschwächt. Dennoch gelang es dem Online-Vertrieb auch in 2018, eine Position auszubauen. Sein Anteil am gesamten Schuhmarkt liegt derzeit bei etwa 21%. Gut jedes fünfte Paar Schuhe wird von den Kunden also im Internet gekauft. Darin enthalten sind auch die Umsätze von Multichannel-Anbietern.
Für das Jahr 2019 ist der Schuheinzelhandel laut BDSE recht zuversichtlich. Nur ein Viertel rechne mit einem erneuten Umsatzrückgang, so Brigitte Wischnewski. Rund 30% erwarten stagnierende Umsätze, 47% ein Umsatzwachstum.