Grüne Messen: Schuhe aus Pilzen
Die Hauptstadt zeigte sich heute Morgen von ihrer äußerst ungemütlichen Seite: Durch dichten Schneefall und einen schneidigen Wind machte ich mich auf den Weg zum Kraftwerk Berlin in Kreuzberg, wo zum ersten Mal die grünen Messen stattfanden. Ich freute mich auf das Event – nicht nur, weil ich Kreuzberg mag, sondern auch, weil ich gerne einen Blick auf die neuen Ideen der nachhaltigen Mode- und Schuhlabels werfe.
Und die Vorfreude war berechtigt: Denn ich interviewte an diesem Vormittag unter anderem Sebastian Thies von Nat2, der mir seine neuen Sneakermodelle vorstellte. Der Clou: Sie werden aus so genannten Zunder-Pilzen hergestellt, die häufig an Bäumen wachsen. Die daraus gewonnen Fasern werden zu einem lederartigen, extrem weichen Material verarbeitet. Unglaublich, woraus inzwischen Schuhe produziert werden können! Und mit Freude ging es dann auch weiter: Schließlich sprach ich etwas später mit Florian Werner von Werner Schuhe, über den ich im vergangenen Herbst einen größeren Beitrag im schuhkurier geschrieben habe. Es ist schön, ihn hier wieder zu sehen. Denn auch das ist ein wichtiger Teil von Berlin: Die Gespräche mit bekannten – und immer wieder neuen – Gesichtern.
Staunen musste ich dann noch über die wirklich vollen Reihen der neuen Fashionsustain-Konferenz. Mir gefiel, dass das Thema Nachhaltigkeit hier auf so viel Interesse stieß, auch wenn die Vorträge und Panels sich sehr stark auf den textilen Bereich fokussierten. Nachdenklich wurde ich vor allem bei den Eröffnungssätzen von Umweltschützerin Alexandra Cousteau: „Denkt dran, dass wir heute die Zukunft von morgen gestalten.“ Simple, aber wahre Worte. Die hoffentlich möglichst viele Leute erreichen.
Das Thema Vorfreude zog sich dann auch gleich wie ein roter Faden durch den Messe-Mittwoch: Vom Kraftwerk Berlin ging es für mich – äußerst umweltfreundlich – mit U- und S-Bahn zur Panorama. Dort erwarteten mich meine Kolleginnen Sarah und Kathi – und die erste schuhkurier Happy Hour.
Autorin: Kristina Schulze
Glenchecks und Flower-Power
Mein zweiter Tag auf der Berliner Fashion Week startete wider Erwarten weniger geschafft, als ich aufgrund meiner Übermüdung am Vorabend befürchtet hatte. Im Gegenteil: Ich war schon vor dem Klingeln meines Weckers wach, um den Instagram-Account von schuhkurier zu beobachten und Story-Bilder vorzubereiten. Anschließend fuhr ich mit meinen Kollegen zur Panorama. Von einer entspannten Fahrt kann zwar in Berlin – der Stadt der Baustellen – nicht die Rede sein, dafür fühlte ich mich im Anschluss noch fitter.
Los ging es auf der Panorama Berlin mit einem kurzen Gespräch mit Karim Choukair, dem Geschäftsführer von Melvin & Hamilton. In Sachen Trends gehören hier insbesondere Fell-Applikationen, Nieten, die Farbkombinationen Lila/Grau und Weiß/Braun sowie rockige Boots zu den Saison-Highlights. Anschließend ging es für mich weiter in Halle 9, um einen Blick auf die neuen Bullboxer-Styles zu werfen. Unterbrochen wurde mein zielstrebiges Vorhaben allerdings von den Boots und sportiven Mid-Cut-Modellen des Labels Chaya. Geschäftsführer Markus Lehfellner erklärte mir die Kollektion. Die Quintessenz aus allen Modegesprächen: Es wird fellig, es wird bordeaux und für die Herren soll es zukünftig angezogener werden.
Nachdem ich noch einige Fotos bei Shoot eingefangen hatte, war Katharina bereits vor den Hallen der Panorama Berlin eingetroffen. Ich nahm also an, ich müsse zum Südausgang bei Halle 1. Dort angekommen stellte ich dann fest, dass es auch noch einen hinteren Ausgang bei Halle 9 gab, in der ich mich zuvor ohnehin aufgehalten hatte. Wie dem auch sei, jeder Gang hält gesund, oder wie ging nochmal das Sprichwort? Und von diesen Gängen sollten wir heute noch weitere haben, bis in die entlegensten Hallen der Messe Berlin. Aber zu unseren Schnee-Abenteuern wird meine Kollegin Katharina gleich noch kommen. Soviel steht fest: Tag 2 war sehr ereignisreich und er wird noch spannender bei unserer Happy Hour!
Autorin: Sarah Amadio