schuhkurier: Zu Beginn des Jahres wurden Veränderungen auf gesellschaftlicher Ebene sowie in der Geschäftsführung von Birkenstock kommuniziert. Was führte zu diesen Veränderungen?
Dieter Klingenberg: Stefan Birkenstock, einer der drei Brüder der Unternehmerfamilie, ist zum Ende des Jahres 2012 aus dem Gesellschafterkreis ausgeschieden. Dies war eine rein private Entscheidung, die im Übrigen auch nicht über Nacht erfolgt ist. Daraus hat sich eine Verschiebung der Unternehmensanteile ergeben, die jetzt zu jeweils 50% in den Händen von Alex und Christian Birkenstock liegen. Ziel war es auch im Zuge dieser Veränderungen für alle Beteiligten immer, das Unternehmen in Familienhand zu halten und den Kern der Marke Birkenstock zu schützen und zu stärken. Das ist gelungen.
sk: Welche Konsequenzen ergeben sich im operativen Bereich aus diesen Entwicklungen?
Dieter Klingenberg: Die beiden Gesellschafter sind nicht operativ im Unternehmen tätig. Es gibt jetzt mit Oliver Reichert und Markus Bensberg als gleichberechtigte CEOs erstmals in der knapp 240-jährigen Unternehmensgeschichte von Birkenstock ein externes Management, das mit einer klaren Agenda angetreten ist: Das Unternehmen erfolgreich in die nächste Wachstumsphase zu führen. Hier haben wir – davon sind wir überzeugt – in den letzten Monaten schon viel erreicht.
sk: Die Unternehmensstruktur erscheint sehr verschachtelt und kompliziert. Sind auch hier Veränderungen vorgesehen?
Dieter Klingenberg: Ja, und auch schon in der Umsetzung. Es liegt auf der Hand, dass die Strukturen eines so traditionsreichen Familienunternehmens nicht immer von langer Hand geplant wurden. Da ist viel organisch gewachsen, was heute nach Vereinfachung und Konsolidierung ruft. Man muss sich vorstellen, dass das Unternehmen Birkenstock aus 38 Einzelgesellschaften bestand. Wir sind nun daran gegangen, deutlich einfachere Strukturen umzusetzen. Das bedeutet aber auch, dass wir uns von Randbereichen trennen müssen. Im Januar haben wir damit begonnen, viele Bereiche im Unternehmen umzustellen. Ab dem 1. Oktober werden die neuen Strukturen greifen. Das alles machen wir aus einer Situation der Stärke heraus, denn Birkenstock ist ein kerngesundes Unternehmen. Wir haben es hier mit einer Erfolgsstory zu tun, die schon von Carl Birkenstock geschrieben wurde. Wir führen sie heute nur professioneller fort.
Das vollständige Interview lesen Sie in schuhkurier Ausgabe 36/2013