Forderungen an die Politik
BTE-Präsident Mark Rauschen forderte vor diesem Hintergrund konkrete politische Maßnahmen:
1. Ankurbelung des privaten Konsums: Steuererleichterungen für Verbraucher, etwa durch Senkung von Einkommen- und Stromsteuer sowie steuerfreie Überstundenzuschläge.
2. Entlastung der Unternehmen: Abschaffung der gewerbesteuerlichen Hinzurechnung von Mieten, die gerade stationäre Einzelhändler stark belastet, sowie stabile Sozialversicherungsbeiträge.
3. Keine Erhöhung der Erbschaftssteuer: Besonders für viele familiengeführte Handelsunternehmen sei dies eine zentrale Forderung, um die Betriebsübergabe nicht zu erschweren.
4. Echter Bürokratieabbau: Rauschen kritisierte praxisferne Vorschriften scharf und nannte ein Beispiel: Ein Händler sei wegen der englischen Schreibweise von „Kaschmir“ auf einem Etikett abgemahnt worden. „Wenn wir uns mit solchen Dingen herumschlagen müssen, fehlt uns die Zeit für Kunden, Ware und Mitarbeiter.“
5. Flexibilisierung der Sonntagsöffnungen: Rauschen plädierte für mehr Freiheit bei der lokalen Ausgestaltung. „Warum darf man sonntags ins Kino oder Restaurant, aber nicht einkaufen gehen?“ Die starre Regelung sei nicht mehr zeitgemäß.
6. Starke Innenstädte: Der Handel brauche lebendige Stadtzentren mit guter Erreichbarkeit für alle Verkehrsträger. Kommunen müssten dafür finanziell stärker unterstützt werden.
Neben politischen Forderungen rief Rauschen auch zur Eigenverantwortung auf. Es brauche eine konsequente Digitalisierung der Geschäftsprozesse, besseres Warenmanagement, optimierte Logistik und mehr Erlebnisqualität im stationären Handel. Erfolgreiche Händler würden auf Events, moderne Flächen und starke Beratung setzen. Er appellierte an die Unternehmen, sich vor Ort in Stadtmarketing und Werbegemeinschaften zu engagieren. „Mode- und Schuhhändler sind die Anker der Innenstädte. Wir müssen sichtbarer werden und mit Leidenschaft für unsere Branche einstehen.“