Zum Jahresende hat sich Mark Rauschen, Präsident des BTE Handelsverband Textil Schuhe Lederwaren, mit einem deutlichen Appell an Politik und Branche gewandt. Die Lage sei ernst: „Statt Aufschwung herrscht vor allem Tristesse. Berichte über Umsatzeinbrüche, Massenentlassungen und Insolvenzen dominieren die Medien.“ Besonders die Mode- und Schuhbranche sei betroffen – kaum eine Woche vergehe ohne Geschäftsaufgabe.
Rauschen fordert mehr unternehmerische Freiräume, um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können. Die EU habe erste bürokratische Hürden zurückgenommen, etwa bei Lieferketten- und Nachhaltigkeitsvorgaben. Nun müsse auch die deutsche Politik nachziehen. „Es ist doch absurd, dass bei uns absolute Nebensächlichkeiten bei der Gebäudesicherheit oder bei der Beantragung von Weihnachtsmärkten geprüft werden, während gleichzeitig millionenfach minderwertige und zum Teil gesundheitsschädigende Textilien, Schuhe und Accessoires unkontrolliert über asiatische Plattformen ins Land kommen!“
Ein zentrales Anliegen ist Rauschen die Lockerung der Ladenschlussregelungen. Die restriktiven Vorgaben bei der Sonntagsöffnung seien laut Rauschen ein Wettbewerbsnachteil: „In schwierigen Zeiten wie diesen kann dies ein entscheidender Faktor sein, ob ein Unternehmen überhaupt noch in den schwarzen Zahlen landet.“ Eine flexiblere Regelung könne nicht nur den Handel stützen, sondern auch dem Stadtbild helfen: „Leerstände wegen Geschäftsaufgabe führen schnell zu einer Abwärtsspirale, die den ganzen Standort massiv unter Druck setzt.“
Für lebendige Innenstädte sieht Rauschen alle Akteure in der Pflicht. Stadtmarketing, Werbegemeinschaften und Eigentümer müssten an einem Strang ziehen: „Alle Betroffenen sind aufgerufen, Zeit und Budget bereitzustellen, damit wir in Deutschland weiterhin lebens- und liebenswerte Innenstädte haben!“