Während einige große Schuhfilialisten in den zurückliegenden Monaten in erhebliche Schwierigkeiten geraten waren, erreichten andere Umsätze, die teils über den Vor-Corona-Niveau lagen. Laut ersten Hochrechnungen des BTE hat der stationäre Schuhhandel das erste Halbjahr 2023 im Durchschnitt mit einem höheren einstelligen Umsatzplus – Pangels sprach von 8 – 9% – gegenüber 2022 abgeschlossen. Das Statistische Bundesamt hat aufgrund anderer Rechnungsmethoden für die ersten sechs Monate sogar einen Umsatzanstieg in Höhe von 17% errechnet. „Unsere Zahlen sind nicht so positiv wie die des Statistischen Bundesamtes“, so Pangels.
Im Trend lagen im ersten Halbjahr vor allem sportive Modelle – sowohl im Halbschuhbereich als auch im Bereich der offenen Ware. Im Halbschuhsegment liefen insbesondere Sneakers sehr gut. Aber auch die neuen Loafer-Typen in Standardfarben, wie auch in den saisonal modischen Farben Grün und Pink waren gefragt. Im offenen Segment waren Pantoletten die Favoriten.
Trotz des nominalen Umsatzzuwachses befindet sich der stationäre Schuhfachhandel weiterhin in schwierigem Fahrwasser. Denn aufgrund der seit Frühjahr 2022 hohen Inflation liegen die allermeisten Geschäfte preisbereinigt nur knapp im Plus oder sogar im Minus. Zudem kämpfen viele Unternehmen mit hohen Kostensteigerungen z.B. im Bereich der Personalkosten oder der Mieten. Die in 2022 stark gestiegenen Energiekosten sind zuletzt zwar merklich gefallen, liegen aber meist immer noch über den Werten von 2021.
Freuen kann sich der stationäre Schuhhandel laut BTE indes darüber, dass er im ersten Halbjahr erneut Marktanteile zurückgewinnen konnte. So entfiel nach ersten Hochrechnungen des Verbandes knapp zwei Drittel der getätigten Umsätze in Deutschland auf die stationären Schuhspezialisten. Der Onlinehandel, der in den Hochzeiten der Pandemie weit über die Hälfte der Umsätze eroberte, kommt aktuell auf einen Anteil von 18%. Auf andere Betriebsformen wie Waren- und Modehäuser entfällt ein Anteil von 17% am Gesamtumsatz mit Schuhen.
Trotz der aktuellen Herausforderungen und Belastungen, zu denen auch branchenübergreifende Probleme wie überbordende Bürokratie, Fachkräftemangel oder die Innenstadtentwicklung zählen, geht der Schuhhandel laut BTE verhalten optimistisch in die Orderrunde für Frühjahr/Sommer 2024. Die Unternehmen seien sich dabei bewusst, dass die Geschäftspartner aus Handel und Industrie künftig noch stärker an einem Strang ziehen müssen. Der BTE als die Interessenvertretung des Schuhhandels begleitet diesen Prozess konstruktiv.
Laut Berechnungen des BTE umfasst der Schuhhandel in Deutschland 2.700 Unternehmen (-3,6% im Vergleich zum Vorjahr) mit 9.500 Geschäften, rund 500 weniger als im vergangenen Jahr.