Die Schäden für die Insolvenzgläubiger verringerten sich auf 19,6 Mrd. Euro (2014: 26,1 Mrd. Euro), da es zu weniger großen Firmeninsolvenzen gekommen ist. Entsprechend sank auch die Zahl der betroffenen Arbeitsplätze von 264.000 auf 225.000. In diesen Entwicklungen spiegelt sich auch wider, dass mittlerweile weitgehend Kleinstunternehmen mit höchstens fünf Beschäftigten (80,4% der Fälle) das Insolvenzgeschehen in Deutschland prägen.
Mehr Insolvenzen im Mittelstand – aber weniger Schäden
Einen höheren Anteil am Insolvenzgeschehen hatten in diesem Jahr aber Unternehmen mittlerer Größe (21 bis 50 Arbeitnehmer bzw. 51 bis 100 Arbeitnehmer). Dagegen waren größere Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitern seltener unter den Insolvenzkandidaten zu finden. Eine ähnliche Entwicklung zeigt sich mit Blick auf die Umsatzgröße. So gab es mehr Insolvenzen bei Unternehmen mit 0,5 bis 5,0 Mio. Euro Umsatz (+2,1%), aber weniger Großinsolvenzen von Unternehmen mit mehr als 50 Mio. Euro Umsatz (-50%).
Bei einem insgesamt rückläufigen Insolvenzgeschehen zeigt sich gegen den Trend eine Zunahme der Insolvenzen bei jungen Unternehmen kurze Zeit nach der Gründung (+1,4%) sowie bei Unternehmen in der Altersgruppe 18 bis 19 Jahre (+6,5%) und auch bei älteren Unternehmen ab 20 Jahre (+0,8%).
Weiter erhöht hat sich der Anteil der Unternehmergesellschaft (UG haftungsbeschränkt) am Insolvenzgeschehen in Deutschland. 7,5% (2014: 7,1%) aller in diesem Jahr gemeldeten Unternehmensinsolvenzen firmierten als UG. Die relative Insolvenzbetroffenheit dieser Rechtsform ist deutlich höher als die der GmbH, heißt es von Seiten Credireform.
Verarbeitendes Gewerbe verliert an Stabilität
Verarbeitendes Gewerbe (+3,4%) sowie – in abgeschwächter Form – auch das Baugewerbe (+0,9%) verzeichnen einen Anstieg der Insolvenzen gegenüber dem Vorjahr. Dienstleistungsgewerbe (-5,2%) und Handel (-3,6%) weisen weiter ein rückläufiges Insolvenzgeschehen auf. Entsprechend ging die Insolvenzquote (Zahl der Insolvenzen bezogen auf 10.000 Unternehmen) in diesen Wirtschaftsbereichen noch einmal zurück. Im Dienstleistungssektor beträgt die Quote 71 (2014: 75) und im Handel 78 (2014: 81). Überdurchschnittlich hoch bleibt die Insolvenzbetroffenheit im Baugewerbe, wo pro 10.000 Unternehmen 97 Insolvenzen zu verzeichnen waren (2014: 96). Das Verarbeitende Gewerbe zeigt sich weiter vergleichsweise stabil und kommt auf eine Insolvenzquote von 44 (2014: 43).
Negativtrend: Privatinsolvenz in jungen Jahren
Die Verbraucherinsolvenzen zeigen bei rückläufigen Insolvenzzahlen einen zunehmenden Anteil jüngerer Erwachsener unter 30 Jahren. 15,4% der Betroffenen befinden sich in dieser Altersgruppe. Vor zwei Jahren waren es 14,6%. Mit dem steigenden Anteil an der Bevölkerung in Deutschland entfallen anteilsmäßig immer mehr Insolvenzen auch auf die geburtenstarken Jahrgänge der Altersgruppen ab 50 Jahre. Dabei nutzen Senioren ab 70 Jahre aber weiterhin nur selten die Privatinsolvenz zur Entschuldung. Bei zunehmend verhärteten Überschuldungstendenzen bereits in jungen Jahren dürfte eine Privatinsolvenz insbesondere auch für diese Altersgruppen weiter an Relevanz gewinnen.