Den Handel beschäftigen viele Herausforderungen, für die die Technologiedienstleister Lösungen finden sollen. „Die Unternehmen finden nicht mehr die nötigen Mitarbeiter, da ist es auch egal, ob es ein kleines oder großes Unternehmen ist. Und jeden neuen Mitarbeiter auszubilden ist eine große Investition. Da muss so viel wie möglich automatisiert werden, damit die Mitarbeiter bestmöglich eingesetzt werden können, zum Beispiel für den persönlichen Kontakt zum Hersteller“, sagt Florian Lippke von Remira. Während es immer schwieriger wird, die richtigen Mitarbeitenden zu finden, bleiben die Ansprüche der Kundinnen und Kunden unverändert hoch, weiß Christian Haeger vom schwedischen IT-Unternehmen CGI, das mehrere Lösungen für eine verbesserte Customer Journey anbietet: „Die Kunden wollen mit dem Produkt aus dem Laden gehen, für das sie reingekommen sind. Gleichzeitig müssen die Lagerbestände so niedrig wie möglich sein, um Geld zu sparen. Man braucht also gute Vorhersagen, wo welches Produkt stehen muss, um verkauft zu werden.“
Mit Blick auf die Trends in der Handelstechnologiebranche sieht er, wie eine Innovation den Bedarf für die nächste schafft. „Der Kostendruck hat dazu geführt, dass mehr Self-Check-Out-Kassen eingeführt wurden. Das führt zu mehr Diebstahl. Folglich wird es nun zum größeren Thema, wie ein Laden besser überwacht und wie das Personal geschult werden kann, potenzielle Diebe sicher zu konfrontieren.“ Auch die Zukunft des Marketings ist ein Thema, das die Branche bewegt. René Schiller vom Cloud-Service-Anbieter GK Software glaubt, dass in Zukunft weniger in Zielgruppen gedacht wird, sondern es an allen Touchpoints ein personalisiertes Angebot braucht: „Wir müssen davon wegkommen, dass die Vegetarierin die dicken Fleischscheiben präsentiert bekommt.“ Die Personalisierung sei natürlich besonders einfach, wenn man die Nutzer dazu bringt, Kundenkonten anzulegen und persönliche Daten zu teilen. Doch auch, wenn das nicht gegeben ist, gibt es dank der Algorithmen Möglichkeiten: „Nach den ersten drei Klicks hat man schon eine Einschätzung, ob die Person ein Mann oder eine Frau ist.“ Auch die Nachfrage nach Security gegen immer häufiger auftretende Hacking-Angriffe steigt. In der Branche gehe das Stichwort Digital Overkill um. Es gebe eine größere Sensibilität dafür, Digitalisierung dann einzusetzen, wenn sie wirklich Sinn macht. „Es gibt Branchen, da wird das Thema Digitalisierung wieder etwas zurückgedreht. Vor allem große Bildschirme müssen nicht die ganze Zeit an sein und Energie verschwenden. Da wird mehr auf Nachhaltigkeit geachtet und es gibt mehr Sensibilität dafür, Digitalisierung intelligent einzusetzen“, ordnet Matthias Ernst, Instore Solutions, ein.