Gleichzeitig beobachtet Dietrich eine deutliche Veränderung im Einkaufsverhalten des Handels. „Die Lage in der Schuhbranche ist spürbar angespannt. Im Handel sehen wir eine deutliche Konsolidierung des Portfolios: Wo früher zehn Lieferanten geordert wurden, reduzieren Einkäufer heute bewusst, um Budgets zu bündeln und Risiken zu minimieren.“ Umso wichtiger sei es, den Handel mit einem leistungsfähigen Servicekonzept zu unterstützen. Ein wesentlicher Bestandteil dessen ist das NOS-Programm, das durch hohe Lagerbestände und eine internationale Beschaffungsstruktur abgesichert wird. Produziert wird in Spanien, Portugal, China und Indien. Die Kommunikation und Orderabwicklung erfolgt über EDI, Fashioncloud, Elvis oder klassisch per Telefon.
Preislich konzentriert sich Digel auf das Segment zwischen 99 und 139 Euro. Während höhere Preislagen aufgrund gestiegener Kosten moderat angepasst wurden, bleibt die strategisch wichtige 99-Euro-Preislage unverändert. „Hier investieren wir bewusst in die Marge unserer Händler“, erklärt Dietrich. Gemeinsam mit einer Kalkulation nach dem bewährten Textilmodell und einem hohen NOS-Anteil sorge dies für eine attraktive Flächenrentabilität und geringe Abschriften.
Parallel baut Digel sein Portfolio rund um den Herrenschuh kontinuierlich aus. Taschen, Gürtel, Business-Accessoires und Premium-Unterwäsche ergänzen das Sortiment und sollen dem Handel zusätzliche Umsatzpotenziale eröffnen. „Die Verschmelzung von Schuh- und Textilexpertise wird im Handel immer wichtiger – und wir liefern das passende Gesamtkonzept“, so Dietrich. Der Handel könne sämtliche Warengruppen ohne Mindestmengen ordern und sein Sortiment individuell zusammenstellen.
Präsentiert werden die Kollektionen im Headquarter in Nagold sowie in Showrooms in Hamburg, Düsseldorf, Schkeuditz, München, Salzburg und Zürich. Darüber hinaus zeigt Digel seine Schuhkollektion auf der ANWR-Messe in Mainhausen.
Den vielfach diskutierten Rückgang des Herrenschuhgeschäfts sieht Dietrich differenziert. „Die These, der Herrenschuh sei tot, greift völlig zu kurz – unsere Absatzzahlen sprechen hier eine unmissverständliche Sprache.“ Vielmehr befinde sich der Markt im Wandel. Gefragt seien neue, zeitgemäße Silhouetten und modernere Styles. „Der Schlüssel liegt in der Fusion von modischer Relevanz und funktionalem Mehrwert – idealerweise durch Features wie ein integriertes Wechselfußbett, das den veränderten Komfortansprüchen des modernen Mannes perfekt gerecht wird.“