Vielfältige Ansätze
Trotzdem halten viele Händlerinnen und Händler an dem Segment fest – und bespielen es auf unterschiedliche Art und Weise. „Wir sind generell sehr breit aufgestellt und können entsprechend viel anbieten – das gehört für uns als Voll sortimenter einfach dazu“, erklärt Marc Majowski von Majo Markenschuhe im Rhein-Main-Gebiet. „Hausschuhe spielen eine wichtige Rolle, um Kundschaft in den Laden zu ziehen.“ Hausschuhe können demnach als entscheidendes Argument für den Schuhkauf fungieren, solange vor allem an eines gedacht wird: „Dabei gilt dasselbe wie bei Sneakern: Der Komfort steht im Vordergrund“, so Majowski.
Auch sei das Hausschuh-Thema eine Generationsfrage, beobachtet Leon Hüser vom Schuhhaus Hölscher in Emsdetten. „Das Thema ist eher für ältere Kundinnen und Kunden, bei Kindern bleiben Hausschuhe ein Bedarfseinkauf.“ Auch Corinne Cahen von Chaussures Léon in Luxemburg sieht unterschiedliche Zielgruppen: „Wir verkaufen hier relativ viele Hausschuhe und sind damit sehr zufrieden. Das Thema war bei uns auch schon immer gefragt. Wir bieten sowohl die klassischen Hausschuhe für ältere Kundinnen und Kunden, als auch modischere Modelle für die Jüngeren an. Diese tragen die Hausschuhe dann auch gerne einmal draußen.“ Die Schere zwischen Sommer und Winter wird offenbar immer größer. „Im Sommer gehen manche Modelle sogar eher als Lifestyle- statt als Hausschuh durch“, so Leon Hüser. „Im Winter ist es jedoch schwieriger, hier werden die klassischen Hausschuhe alle zwei bis drei Jahre getragen, bevor neue gekauft werden.
Der Kunde verhält sich hier eher zurückhaltend und emotionslos.“ Trotzdem sei das Hausschuhsegment für ihn ein spannender Markt, „vor allem bei Produkten mit Tieffußbett.“ Diese stehen auch in Lübbecke auf dem Programm: „Neben Tieffußbett- pantoletten, die wir das ganze Jahr anbieten, spielen im Winter Naturfilz und Lammfell eine Rolle“, so Britta Goertz. Gleichzeitig kommt es hier eher auf eine konzentrierte, jedoch wertige Auswahl an, auch wenn das Thema generell „schwer umzusetzen“ ist. Ähnlich sieht es Niklas Krohn, der das Angebot deshalb vor allem auf Besonderheiten ausrichtet: „Nach dem klassischen Hausschuh wird kaum gefragt, besser funktionieren Pantoletten und modische Modelle. Generell fahren wir die Basics in der Order zurück und setzen eher auf modische Highlights.“