Die Übernahme von zwei Mengin-Filialen in Erlangen sowie je einer Einkaufscenter-Filiale in Regensburg und Ansbach ist zum 1. Mai 2016 erfolgt. Wie Dielmann-Geschäftsführer Markus Dielmann gegenüber schuhkurier erklärt, handelt es sich um einen so genannten Asset Deal, eine Unterart des Unternehmenskaufs, bei dem Wirtschaftsgüter eines Unternehmens (engl. „assets“) wie beispielsweise Grundstücke, Gebäude oder Maschinen einzeln an einen Käufer übertragen werden. Hinsichtlich der zu übernehmenden Wirtschaftsgüter besteht Wahlmöglichkeit. Übrig bleibt am Ende die Gesellschaft als Hülle.
Laut Dielmann handelt es sich bei den vier Mengin-Standorten um „werthaltige Filialen, die wir mit allen Rechten und Pflichten übernehmen.“ Die vier Mengin-Filialen sollen unter dem regional bekannten Namen ’Mengin‘ weitergeführt werden.
Vor einigen Wochen hatte Schuh Mengin die Schließung von acht seiner vormals zwölf Filialen angekündigt.
„Schuh Mengin ist ein in Schieflage geratenes Traditionsunternehmen“, sagt Markus Dielmann. Durch die Bemühungen von Andreas Mengin und Insolvenzverwalter Dr. Dean Didivic sei es gelungen, ein zukunftsfähiges Konzept für die vier Filialen zu erarbeiten. „Alle zentralen Aufgaben werden in Zukunft über die Dielmann-Gruppe in Darmstadt und deren Logistikzentrum in Groß-Gerau erfolgen.“
Dr. Dean Didovic unterstreicht: „Die Investorensuche wurde zum Erfolg geführt. Das Traditionshaus Schuh Mengin wird es weiter geben, 100 Arbeitsplätze bleiben erhalten.“ Die ertragstärksten Filialen in Erlangen und Ansbach zeichneten nach Angaben des Insolvenzverwalters alleine für 100 Arbeitsplätze und 40% des Umsatzes verantwortlich. „Auf deren Erhalt haben wir uns konzentriert, letztlich erfolgreich.“
Man werde für die Mitarbeiter der nun übernommenen Mengin-Filialen „ein verlässlicher Arbeitgeber“ sein, unterstreicht Markus Dielmann. „Von den Standorten, für die es uns gelungen ist, ein tragfähiges Konzept zu erarbeiten, sind wir überzeugt und werden dort ein modernes und zukunftssicheres Schuhhandelskonzept umsetzen.“
Neue Aufgaben für Andreas Mengin
Wie Markus Dielmann auf schuhkurier-Nachfrage erklärt, wird die Dielmann-Gruppe einen Vertrag mit dem bisherigen Geschäftsführer von Schuh Mengin, Andreas Mengin, abschließen. Er soll für das Unternehmen eine beratende Funktion etwa mit Blick auf neue Standorte ausüben, werde aber nicht in den vier Mengin-Standorten tätig sein.
Im Januar hatte die Schuh Mengin GmbH beim Amtsgericht Fürth eine Sanierung in Eigenverwaltung beantragt. Als Grund für die prekäre finanzielle Situation des Unternehmens waren die hohen Mietforderungen angegeben worden. Anfang April hatte Andreas Mengin angekündigt, acht Filialen schließen zu wollen. Man sei weiter fest entschlossen, am Markt zu bleiben, erklärte der Händler seinerzeit. Nach einem Räumungsverkauf war die Schließung der Standorte vorgesehen. Parallel hatten Gespräche mit mehreren potenziellen Investoren begonnen.
Unter der Dielmann-Gruppe werden die Unternehmen Dielmann und Sporthübner geführt. Zum Portfolio gehören aktuell 45 Fachgeschäfte und Fachmärkte im Schuh- und Sportfachhandel.