Marcus Diekmann ist Gründer der E-Commerce-Agentur Shopmacher, die für den Sabu die regionale Suchplattform entwickelt hat, die am 1. August an den Start geht. Mittlerweile hat er seine Anteile an dem Unternehmen verkauft und ist aktuell Director für die Bereiche Digital, E-Commerce und Omnichannel bei Matratzen Concord.
’Killer Commerce – die Zukunft des Handels’ so der Titel seines Vortrags auf der Generalversammlung des Sabu in Hamburg. Der Digitalexperte sparte nicht mit Kritik am stationären Handel. So sei die einzige Antwort des Handels auf E-Commerce die Flächenexpansion. Sein Urteil: „Sechs, setzen.“ Der traditionelle Handel verpasse den Wachstumsmarkt Online, so Diekmann weiter. „Wir erleben Rabattschlachten statt einer radikalen Veränderung der Geschäftsmodelle. Das kann nicht die Lösung sein. Wer den Onlinehandel nicht versteht, versteht auch seine Kunden nicht. Für diese Händler ist kein Platz im Markt.“ Die Bedarfsdeckung werde künftig vor allem online stattfinden, ist Diekmann überzeugt. Und sagt: „Wenn der Schuhhandel nicht aufhört, austauschbare Sortimente zu führen, wird er keine Chance haben. Wir brauchen mehr Mut zum Kuratieren.“
Aktuell gibt es laut dem Experten in Deutschland rund 450.000 Onlineshops. „50% bis 80% dieser Shops sind nicht zukunftsfähig. Es wird zu einer Marktkonzentration kommen. Dabei ist es Wahnsinn, wie der Handel seine Ware über Amazon verkauft. Über Amazon zu verkaufen, bedeutet die Umarmung des Todes! Mit jeden Klick lernt Amazon immer weiter dazu. Und irgendwann wird man den Händlern sagen: Fuck you, wir machen das Geschäft jetzt selbst.“
Um gegen den E-Commerce zu bestehen, müsse sich der stationäre Handel in cleveren Netzwerken organisieren, so Diekmann. Fortgeschrittene Lösungen seien gefragt. Im Zentrum müssten dabei immer die Wünsche der Kunden stehen. Als Negativbeispiel nannte Marcus Diekmann in diesem Zusammenhang die ANWR-Plattform schuhe.de. „Die Bereitschaft der Verantwortlichen, in dieses Projekt zu investieren, verdient Anerkennung. Allerdings ist schuhe.de von Politik zerfressen worden. Es wurden offenbar so viele Kompromisse gemacht, das die Seite komplett am Kunden vorbei geht.“