Verändertes Kundenverhalten, Herstellerdirektvertrieb, innovative Wettbewerber mit digitaler DNA, neue disruptive Geschäftsmodelle, intensiver brancheninterner Wettbewerb – der kooperierende Handel wird zunehmend von verschiedensten Seiten angegriffen. Für Verbundgruppen und Franchise-Systeme bedeutet das, dass sie sich jetzt digital transformieren müssen. Andernfalls droht ihnen und den angeschlossenen Mitgliedern das Marktausscheiden. Doch wie gelingt die (R)Evolution des eigenen Geschäftsmodells und welche Maßnahmen gilt es zu ergreifen?
Mit dem Strategiepapier ‘(R)Evolution des kooperierenden Handels im Zeitalter der Digitalisierung’ zeigt das ECC Köln auf, an welchen Stellschrauben Verbundgruppen und Franchise-Systeme jetzt drehen sollten, um sich weiterhin erfolgreich positionieren und gegenüber Wettbewerbern behaupten zu können.
Die Experten des Handelsforschungsinstituts ECC Köln sehen dringenden Handlungsbedarf für den kooperierenden Handel bei der digitalen Kommunikation, der Digitalisierung der Wertschöpfungskette und im Aufbau kundenrelevanter Geschäftsmodelle. Dafür spricht das ECC Köln zehn Handlungsempfehlungen aus: von ‘Schaffen Sie den notwendigen Konsens’ über ‘Denken Sie Ihre Logistik um’ und ‘Optimieren Sie Ihre Lagerhaltung’ bis hin zu ‘Nutzen Sie den Finanzierungsvorteil’.
Von der Einkaufsgemeinschaft zur Kundengemeinschaft
Verbundgruppen und Franchise-Systeme haben aufgrund der ureigenen Kombination aus individuellem Unternehmergeist und gemeinschaftlicher Kooperation grundsätzlich eine solide Basis für eine erfolgreiche Zukunft und eine potente Ausgangssituation, um es mit digitalen Wettbewerbern aufnehmen zu können, heißt es vom ECC Köln. Für eine (erfolgreiche) Zukunft müsste allerdings eine grundlegende Rollenverschiebung bzw. -erweiterung stattfinden. Zusätzlich zu Einkaufsbündelung, Zentralregulierung und Co. gehe es für Verbundgruppenzentralen und Franchise-Geber zukünftig verstärkt darum, auch online den Zugang zum Kunden zu schaffen und den angeschlossenen Mitgliedern damit einen entscheidenden Mehrwert zu bieten. Möglich sei sogar die Kooperation verschiedener Verbundgruppen und Franchise-Systeme, um einen Marktplatz zu schaffen, der zahlreiche Verbundgruppenmitglieder und Franchise-Nehmer auf einer zentralen Plattform zusammenführt.
Verbund der Verbünde
Der kooperative Gedanke sei dabei nicht nur auf einzelne Verbund- und Franchise-Systeme beschränkt. Er sollte nach Ansicht des ECC Köln weitergefasst verstanden und dazu genutzt werden, sich auch zwischen Zentralen von Händlersystemen zu verbünden, um gemeinschaftlich von der Digitalisierung des Handelsgeschäfts zu profitieren – als Verbund der Verbünde.