Das Sortiment auf der ca. 200 qm großen Verkaufsfläche umfasst 60% Kinderschuhe mit Marken wie Ricosta, Naturino, Froddo, Vado, Lowa, Skechers, Superfit, Affenzahn oder Primigi. Damenschuhe mit Gabor, Rohde, Tamaris, Palladium, Remonte, Rieker oder Lowa haben einen Anteil von 25% und die 15% Herrenschuhe entfallen auf Pius Gabor, Rieker, Lloyd, Lowa, Skechers und Josef Seibel. Von überall her kommen sie zum Einkaufen nach Heek – aus Coesfeld, Rosendahl, Gronau, Epe oder Borken. Vor allem das ansprechende und hochwertige Kinderschuhsortiment ist ein Magnet. Hinten im Hof gibt es zehn Parkplätze, sodass die Kunden ebenerdig mit Kinderwagen ins Geschäft kommen, ohne die Bundesstraße überqueren zu müssen. Facebook, Instagram und Google, aber auch Radiowerbung und Werbeplakate sind für die Einzelhändlerin ein wichtiges Tool. „Aber die beste Werbung ist für uns die Mundpropaganda. Zufriedene Kunden sind der beste Multiplikator.“
Stefanie Gausling ist am liebsten im Verkauf. Da geht ihr Herz auf, das ist ihre Kompetenz: Sich Zeit nehmen für die kleinen Kunden, eine gute Vorauswahl treffen und Vertrauen gewinnen. Glückliche Kunden sind für sie das schönste Erfolgserlebnis. „Wir bedienen eine Marktnische und für qualitativ gute Schuhe zahlen die Kunden gerne den vollen Preis von 80 Euro und mehr“, so die Händlerin. „Die Kunden stellen hohe Ansprüche, da müssen wir auch ein entsprechendes Umfeld bieten.“ Preissensible Kunden gebe es kaum. Ein Anziehungspunkt hinten in der Kinderschuhabteilung ist das große Piratenschiffmit Bällebad, in dem die Kinder gern herumtollen. „Hier gewöhnen sie sich an die fremde Umgebung und spielen zufrieden“, erzählt Gausling. Das Anprobieren klappt hinterher umso besser. Wenn das Kleinkind die ersten Lauflerner bekommt, sind oft Oma, Opa, und die Eltern dabei, weiß die Unternehmerin aus Erfahrung. Netter Nebeneffekt: Bei der Gelegenheit kaufen sich die Mütter und Großmütter ein paar Schuhe und auch die Männer können sich nicht vor dem Schuhkauf drücken.
Apropos drücken: Die Daumenprobe sei bei Kindern nicht zuverlässig, denn oft würden die Kinder ihre Zehen einziehen, erklärt die Schuhhändlerin ihren Kunden geduldig: „Für einen korrekten Sitz müssen die Füße der Kinder genauestens mit dem Weiten-Maß-System WMS vermessen werden.“ In der Kinderabteilung steht hierfür ein modernes Messgerät, mit dem die Füße per Laser vermessen werden. Und weil Kinderfüße schnell wachsen, sollten die Füße von Kleinkinder alle acht bis zehn Wochen nachgemessen werden. „Wenn wir bei der Vermessung sehen, dass der Schuh noch passt, schicken wir die Kunden auch ohne Schuhe nach Hause. Das ist Vertrauenssache und unsere Kunden schätzen die ehrliche Beratung“, erzählt Gausling. Die sieben Verkaufskräfte sind ebenfalls WMS-geschult und nehmen regelmäßig an internen Schulungen der Marken teil. Auch für Pflegemittel gibt es Fortbildungen.
„Die größte Herausforderung sind für mich die Kostensteigerungen bei den Schuhen, Energie und Personalkosten, es geht einfach alles in die Höhe“, klagt die Einzelhändlerin. Aber sie ist Unternehmerin und trotz der Schwierigkeiten im Markt plant sie einen Vergrößerungsumbau. Die obere Etage vom Stammhaus soll dann mit genutzt werden. Momentan wohnt hier Stefanie Gausling noch selbst, aber im Dezember zieht sie in das umgebaute ehemalige Haus von Oma Irmgard – zusammen mit ihrem künftigen Ehemann, den sie im Oktober heiratet. Mit Schuhen hat dieser allerdings nichts am Hut. Er ist von Beruf Projektmanager.