Wer sich am vergangenen Wochenende bei schwierigen Witterungsverhältnissen auf den Weg nach Riva del Garda gemacht hat, tat dies nicht, um sich hier und da ein paar neue Kollektionen anzuschauen. Auf der Messe wurde gearbeitet. Und das weit über das Sichten von Schuhtrends hinaus. Es ging um den Informationsaustausch, Aspekte der Zusammenarbeit und den Ausbau des Netzwerks. Das ist wichtiger denn je.
Angesichts der massiven Konsolidierung im Markt, die in der Übernahme des Landshuter Filialisten Sutor durch den Berliner Unternehmer Steffen Liebich ihren vorläufigen Höhepunkt fand, sollte jede Gelegenheit genutzt werden, in den vielfältigen Herausforderungen die Chancen zu sehen – so schwierig das auch sein mag. Man kann sich über die immer neuen Meldungen von schließenden Geschäften beklagen. Das ist aber Zeitverschwendung. Besser ist es, aktiv und lösungsorientiert nach neuen Wegen der Zusammenarbeit zu suchen. Damit diejenigen, die bis hierhin gekommen sind, eine Zukunft haben.
Am Gardasee war deutlich spürbar, dass in dieser Hinsicht einiges in Bewegung geraten ist. Lieferanten haben neue Warengruppen entwickelt, in Early-Bird-Programme, NOS und neue Kalkulationsmodelle investiert. Händler fordern eine neue Risikoverteilung ein und stehen bereit, die Partnerschaft mit der Industrie flexibler und effizienter aufzugleisen. Dabei stehen Themen wie die richtige Wareneinsteuerung und sinnvolle Reduzierungsphasen im Fokus.
Nicht alles, was jetzt versucht wird, wird funktionieren. Aber etwas tun ist immer besser als abzuwarten. In Riva, heißt es oft, sei die Stimmung besser als die Lage. Bleibt zu hoffen, dass die Haltung, die am Gardasee spürbar war, nicht nur ein Messeeffekt ist.