Vor rund 50 Teilnehmer leitete Frank Dopheide von der Agentur Deutsche Markenarbeit die Diskussion mit einem informativen Vortrag zum Thema ’Marken in der Schuhbranche‘ ein. „Im Vergleich zu anderen Einzelhandelsbranchen gibt es hier noch viel zu tun“, sagte er. Laut dem Experten konzentriert sich die Schuhbranche noch zu stark auf das Produkt. „Wenn man über Marken redet, muss man loslassen.“ Zwar sei Qualität immer die Basis für eine erfolgreiche Marke, hinzu kämen jedoch Werte und Kontinuität in der Präsentation. „Marken sind heute Wertegemeinschaften. Die Schuhbranche muss über eine Botschaft nachdenken, die größer ist das Produkt“, lautete sein Appell. Hier habe sowohl der Handel als auch die Industrie noch großen Aufholbedarf. Allein über den Preis zu agieren, sei der erste Schritt in den Untergang.
„Markenbildung ist primär Aufgabe der Hersteller, nicht des Handels“, stellte Marc Leinweber von Aktiv Schuh in Berlin in der anschließenden Debatte fest. Allerdings müsse der Handel auch bereit sein, und sie in den Geschäften zu ’leben‘. Ähnlich äußerte sich Hans-Hermann Deters von Ara: „Der Handel fordert zu Recht attraktive Marken, aber dann muss er den Marken auch den entsprechenden Raum zur Verfügung stellen.“ Für BDSE-Präsidentin Brigitte Wischnewski steht fest, dass Handel und Hersteller nur in gemeinsamen Aktionen zur Markenbildung und Kundenbindung beitragen können. Zwar gebe es hier bereits positive Beispiele, doch es sei noch Luft nach oben. Darüber hinaus könne die Begehrlichkeit nur über die Verknappung des Angebots sichergestellt werden. „Nicht Masse, sondern Klasse muss das Motto sein.“
Eine umfangreiche Berichterstattung über das Marktgespräch Schuhe lesen Sie in schuhkurier Ausgabe 45/2013.