„Die Exporteure drücken mächtig aufs Gaspedal. Sie verzeichnen in den kommenden beiden Jahren sogar einen stärkeren Zuwachs bei den Exporten als China (+96 Mrd. USD) und sichern sich mit diesem Überholmanöver beim Wachstum die ‚Pole Position‘“, sagt Ron van het Hof, CEO von Euler Hermes in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Im Gegenzug lauern laut Euler Hermes aber höhere Risiken. So rechnet der Kreditversicherer für 2016 erstmals seit sieben Jahren wieder mit einen Anstieg der weltweiten Unternehmenspleiten um zwei Prozent. „Exportieren bleibt riskant – aber ohne geht es nicht“, sagt Ludovic Subran, Chefvolkswirt von Euler Hermes. Allein bei den fünf wichtigsten Handelspartnern der Deutschen steigen 2016 die Insolvenzen und damit die Risiken an: Bei Spitzenreiter USA rechnen Euler Hermes mit 3% mehr Insolvenzen, in Großbritannien mit einem Anstieg um 1% und in China sogar um 20%. In den Niederlanden und beim zweitwichtigsten Handelspartner Frankreich sind die Pleiten rückläufig – wenngleich bei den Franzosen weiterhin in der Nähe des Rekordniveaus.
In den Schwellenländern, in denen deutsche Exporteure ebenfalls Wachstumschancen wahrnehmen, zeichnen sich Euler Hermes zufolge auch deutlich steigende Ausfälle ab: Noch vor China (+20%) hält Brasilien den Negativrekord mit einem Zuwachs von 22% bei den Pleiten. Auf den Plätzen folgen die stark von China abhängigen asiatischen Zulieferländer Taiwan (+17%), Singapur und Hongkong (je +15%) sowie die ebenfalls von der ’China-Grippe‘ betroffenen lateinamerikanischen Staaten Kolumbien (+13%) und Chile (+11%). Australien (+12%), Südafrika (+10%), die Türkei (+8%), Russland (+7%), Griechenland und die Schweiz (je +3%) verzeichnen ebenfalls einen Anstieg bei den Insolvenzen.
Insgesamt rechnet Euler Hermes mit stabilen Gewinnen; die Gewinnerwartungen aufgrund der Turbulenzen, insbesondere in den Schwellenländern, haben sich jedoch verschlechtert, und auch die Margen liegen unter dem langfristigen Durchschnitt. Dennoch sind viele der Unternehmen robust aufgestellt.